Biologie, Verbreitung und Einschleppungswege von Ambrosia artemisiifolia in Deutschland und Bewertung aus Naturschutzsicht

B Literatur Alberternst, S Nawrath, F Klingenstein, C Bohren, N Delabays, G Mermillod, A Baker, J Vertenten
2009 Nachrichtenblatt Deutscher Pflanzenschutz Dienst   unpublished
Generell war die Behandlung mit Pelargonsäure in Bezug auf die reduzierte Frischmasse am erfolgreichsten. Im Gegensatz zu den beiden anderen Herbiziden zeigte sich hier auch eine Frischmasseabnahme bei später Behandlung ). Dagegen lagen die Schädigungsgrade der Pelargonsäure und von Mecoprop-P ähnlich hoch (96-99 %), nur Mesotrione war mit Schädigungsgraden von 90 % und 78 % bei früher bzw. später Behandlung signifikant schlechter. Diskussion A. artemisiifolia konnte in beiden Experimenten
more » ... n Experimenten erfolgreich bekämpft werden. Der Schädigungsgrad lag meist bei über 95 %. Allerdings spielte der Behandlungszeitpunkt eine wichtige Rolle. Die frühe Behandlung im 4-Blatt-Stadium war bei weitem erfolgreicher, die Wirkung trat unabhängig vom Herbizid und der Aufwandmenge auf. Bei späterer Behandlung waren mitunter keine Unterschiede zur unbehandelten Kontrolle sichtbar (Experiment 1). Die Symptome der Wirkstoffe waren unterschiedlich. Während Pelargonsäure innerhalb weniger Stunden zum Absterben der benetzten Blätter (Nekrosen) führte, wurden die durch Mesotrione hervorgerufenen Chlorosen der jüngsten Blätter erst nach einigen Tagen sichtbar. Ebenso trat die Wirkung von Thifensulfuron erst später auf, das Wachstum kam zum Erliegen und die Pflanze starb ab. Mecoprop-P rief ein starkes, verkrümmtes Wachstum hervor, bevor die Pflanzen abstarben. Wichtigstes Ziel der Bekämpfung ist es, die Pollenproduktion, die Blüte und die Samenbildung zu verhindern. Bei einer Schädigung von 95 % kann zusätzlich auch die Konkurrenzwirkung von A. artemisiifolia auf die Kulturpflanzen ausgeschlossen werden. Die Teilapplikationen in Experiment 2 hatten, anders als erwartet, nur vereinzelt signifikante Unterschiede in der Frischmasse zur Folge. Eine Aufteilung in zwei Teilapplikationen ist somit unnötiger Aufwand und nicht sinnvoll für die Bekämpfung von A. artemisiifolia, da kein zusätzlicher Bekämpfungserfolg gewonnen wird. Die Ergebnisse zeigten, dass die Applikation von 0:100 % vermieden werden muss, da sie einer späten Behandlung gleich kommt und keine ausreichende Wirkung auf A. artemisiifolia hat. Zusammenfassung Gaultheria procumbens ist eine niederliegende, mehrjährige und winterharte Ericaceae. In den vergangenen Jahren kam es insbesondere in Jungpflanzenbetrieben zu enormen Pflanzenverlusten bis hin zu Totalausfällen der Gaultheria-Kultur. Verursacher ist der pilzliche Erreger Colletotrichum gloeosporioides (Penz.). Neben Stängelläsionen am unteren Trieb und teilweise braunen Blattflecken induziert der latent in der Pflanze vorkommende Ascomycet ein Absterben von Trieben und Zweigen. Die zunehmende Expansion dieses Krankheitserregers und der Mangel an wirkungsvollen Fungiziden erfordern neue genetische Quellen für die Resistenzzüchtung. Ein Jungpflanzentest kann schon in einem frühen Entwicklungsstadium über mögliche Resistenzen einer Art Aufschluss geben. 20, von verschiedenen Gaultheria-Herkünften gewonnene Einsporisolate, wurden hinsichtlich ihrer Virulenz an 20 Wochen alten G. procumbens-Sämlingen charakterisiert. Dabei konnten die Isolate in 3 Gruppen eingeteilt werden: schwach virulent (6), virulent (6) und hoch virulent (8). Mit einem Testzeitraum von 6 Wochen war es somit möglich die Isolate auf ihre Virulenz zu untersuchen. In nachfolgenden Resistenztestungen mit Sämlingen verschiedener Gaultheria-Arten werden je ein schwach virulentes und ein hoch virulentes Isolat zur Resistenzbewertung verwendet. Gaultheria-Arten, die in der Evaluierung eine Toleranz oder Resistenz zeigen, finden Eingang in ein Kreuzungsprogramm mit der Kulturform G. procumbens. Weiterhin wurde die Ausbreitung des Pathogens von visuell gesund erscheinenden Trieben, die von befallenen Pflanzen entnommenen worden sind, untersucht. Ziel war es zu überprüfen, ob züchterisch wertvolle und vegetativ über Triebspitzen vermehrte Genotypen, pathogenfrei zu erhalten sind. Dabei konnte erstmals gezeigt werden, dass sich der Erreger vor allem im Wurzelbereich konzentriert (70% der Triebe) und auch im oberen Sprossbereich nachweisbar war (max. 10%). Nachwuchswissenschaftlerforum 2009 46 Julius-Kühn-Archiv 424, 2009 Die Untersuchungen machen deutlich, dass der Befallsgradient von der Wurzel bis zu den Blättern abnimmt und eine Vermehrung über Stecklinge nur unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen möglich ist. Ob eine Neuinfektion auch über den Boden bzw. Substrat erfolgen könnte, muss in weiteren Untersuchungen geklärt werden. Abstract Gaultheria procumbens L. is an ericaceous perennial and hardy shrub. Over the last years, German plant growers have suffered from enormous losses up to collapses of the whole crop due to the appearance of Colletotrichum gloeosporioides (Penz.). Several disease symptoms like lesions on stems and partially on leaves, shoot wilting and dieback were observed. Increasing expansion of this pathogen and lack of effective fungicides require new genetic sources for resistance breeding. A plant seedling assay gives information about the resistance behaviour to the fungus in an early growth stage. Twenty monoconidial isolates from Gaultheria species were surveyed for their growth, morphological diversity and virulence spectrum on G. procumbens in order to select representative isolates for resistance screening. The isolates differed in growth rate and virulence variability. Three types of virulence were obtained: weakly virulent, virulent and highly virulent. Within a testing period of only 6 weeks it was possible to realise a selection of pathogenic isolates. Furthermore the proliferation of the pathogen in G. procumbens was observed. Young and symptomless shoots were collected from infected plants and evaluated for the existence of the pathogen in shoots. This could be important for the maintenance and propagation of valuable breeding plant material. C. gloeosporioides was found in 70% of the investigated roots and in 10% of the upper stem area. This demonstrates that the proliferation of the fungus eases off from roots upwards to shoot-tips.
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