Ein geheilter Fall von Atresia ani et recti. Beitrag zur Kenntnis und operativen Behandlung ano-rectaler Darmverschlüsse

Heinemann
1918 Langenbeck's archives of surgery (Print)  
Der Entwicklungsfehler, welcher das neugeborene Kind ohne normale 0ffnang des unteren Darmendes zur Welt kommen 1/iSt, ist gliicklicherweise kein allt/iglicher. Die Mitteilung eines von mir beobachteten Falles diirfte sich deshalb rechtfertigen, zumal seine operative Behandlung in mehrfachen Eingriffen ein gutes Resultat ergab. Am I4. IX. 1916 wurde mir in Smyrna ein Knabe in einem bejammernswerten Zustand gebracht. Seine V o r g e s c 11 i c h t e war folgende: Er war am I6. VIII. I916 als
more » ... VIII. I916 als zweites Kind gesunder Eltern ohne besondere .Schwierigkeiten geboren. Als das Kind 24 Stunden naeh der Geburt noch keinen Stuhlgang gehabt hatte, wurde es zum Arzt gebracht, der feststellte, dab keine After6ffnung vorhanden war. In einem Hospital wurde deshalb nach weiteren 2 Stunden (3ffnung angeblich durch Scherenschnitt geschaffen und Meconium entleert. Es soll jedoch gleich noch eine zweite Operation in Aussicht gestellt worden sein, wenn das Kind nach drei Monaten noch lebe. Die Entleerung soll bald aufgeh6rt und sich Erbrechen gelb-gri.iner Massen durch Nase und Mund .eingestellt haben. Am nS.chsten Tag sei das Kind abermals operiert, "geschnitten und sondiert" wor~den. Der Arzt habe erkl/irt, mehr liege sich vor der Hand nicht machen, und habe es dann t/iglich sondiert. Ein anderer Arzt, zu dem die ge/ingstigten Eltem das Kind brachten, soll es unter Verzicht auf das "Sondieren" yon vornherein als verloren bezeichnet, eine Operation flit unn6tig erklS, rt und gegen den Meteorismus Einreibungen mit (31 und Kamillen verordnet haben. Seit etwa dem 5. Tag nach der Geburt babe sich mit dem Urin durch das Glied immer etwas, aber stets sehr wenig stuhlartige Masse entleert. Das Kind, welches anfangs in einem guten Allgemeinzustand geWesen sei, sei immer schw/icher geworden, habe immer weniger getrunken und geschlafen, immer h/iufiger, zeitweise kotige Massen, erbrochen. Der B.efund war folgender: Ich hatte einen elenden Knaben yon etwa 4 Wochen vor mir, der auf den ersten Blick auff/illige Ent-
doi:10.1007/bf02791574 fatcat:uml5bmjadfhlzjex6ko6i5ik2e