Eine neue Construction des chemischen Herdes

J. Habermann, A. Oesterreicher
1901 Analytical and Bioanalytical Chemistry  
Habermann u. Oesterreicher: Eine neue Construction des chemischen Herdes. 767 Eine neue Construction des chemischen Herdes. ~on J. Habermana und /t. Oesterreieher. '(~tittheilung aus deln Laboratorium flit altgemeine and analytische Chemie an der technischen Hocbschule in B r ~ n n.) (Hierzu Tafel III.) Der Hauptzweck, den der Laboratoriumsherd im Allgemeinen erftillen aoll, besteht darin, chemisehe Operationen, die yon der Entwicklung seh~dlicher, tibelriechender Ditmpfe und Gase begleitet
more » ... Gase begleitet sind, in einem vSllig abgeschlossenen Raume mit hinreichendem Liehte so durehftihren zu kCinnen, class einerseits eine Belitstigung der im Laboratorium Arbeitenden naeh Thunlichkeit ausgeschlossen, und andererseits die Ausntitzung des Herdraumes eine mOglichst vollstitndige ist. Dieser zuletzt genannten Anforderung, das heisst der mOglichsten Ausntitzung des Herdraumes, insofern er als Abzugsraum fiir sch~idliche Diimpfe und Gase fungiren soll, vermbgen die noeh vielfaeh in Verwendung stehenden Herde mit einer eiozigen quadratiscl:en oder kreisrunden Oeffnung, welche, in der massiveu Rt~ckwand angebracht, direct mit dem Schornstein eommunicirt, selbst dann nieht zu gentigen, wenn diese 0effuung durch eine Gasflamme angeheizt wird. Denn es ist ersiehtlieh, dass bei Herden yon tier eben genannten Construction die ansaugende Zone, wenn der Ausd~uck gestattet ist, die Form eines Kegels hat, dessen Spitze in der quadratischen Oeffnung, und dessert :Basis in der vorderen, aufziehbaren Glaswand liegt. Fasst man nun die Gesammtform des Herdes, die gew0hnlieh einem liegenden Prisma entspricht, in's Auge, dana sind die Nachtheile der kegelfOrmigen Ansaugezone klar. Ein grosser Theil des Herdraumes kommt dann als Ansangezone nieht in Betracht. Zu beiden Seiten der kegelft~rmigen Ansaugezone finden sich todte Raume, in weiche Ditmpfe und Gase diffundiren, ohne angesaugt werden zu k6nnen, welche sich an dem Mauerwerk: den Glasfenstern und den Holztheilen~ sowie eventuell an den eisernen Ger~tthen (Wasserbitdern et cetera) verdichten, and sehliesslich alas Herdmaterial einem raschen ¥erderben zuftihren. Diese Erwiigungen legten es nahe, einen Herd zu construiren, ler dureh seinen aus Tafel III ersichtlichen Aufbau eine restlose kusntltzung des Ansaugeraumes ermtiglicht. Es ist ganz einfacll ~in Herd, dessert Rtickwand mehrere prismatische Spalten besitzt,
doi:10.1007/bf01345178 fatcat:kogatbvlebeszelj7mnbcxbpwa