32. Hauptversammlung des Vereins deutscher Chemiker zu Würzburg, vom 4. bis 7. September 1919. Allgemeine Sitzung

Th. Diehl
1919 Angewandte Chemie  
Band I, S. 321-328 I Aufsatzteil I .14. Oktober 1919 32. Hauptversamrnlung des Vereins deutscher Chemiker zu Wiirzburg, vom 4. bis 7. September 1919. Allgemeine Sitzung,') a m Solintag. den 7 . September 1919. vorni. 11 Uhi, in d c r 4 i i l~ (lei Univrrsitat. Voriitzender Prof. Dr Th. I, I e 11 I Vorsitzender: "Hochansehnliche Vrrsaninilung, sehr geehrtc I h n e n und Herren, wertc Kollegen ! Nach den vorausgegangenen Tagrn rrnstcsr wissenschaftlicher und geschaftlicher Arbeit versarnrneln wir
more » ... it versarnrneln wir uns hrute zur gerneinsanien Hauptsitzung unserer diesjahrigrn Tagung, iind ich habc die Ehre, Sie alle bestcns willkornrnen zu heinen. Zum crstenmal tagt unser Verein in dieser schonen, echt dcutnchen Stadt, und ich kanii wohl sagen, wir haben es nicht zu bcreucn gehabt, daB wir in daa Land der Franken gefahren sind. Wo wir hinsehcn, griiBen uns hicr die Erinnerungen an alte gute Zeit.en, :In deutschen Fleil) und an die Mlcgc von Kunst und Wissenschaft. Wie vide hervorragende Manner habrn an der Alma Julia schon die Katurwissenschaften gelehrt ! Ich tlarf Ihncn aus langst vergangcneii Tagen die Phyaikcr Anastasiiis K i r e h e r und Kaspar S c h o t t nennen, dann aus spitcren Zeitcii C 1 a ii s i u s , Q u i n c k e , K o h 1 r a u s c h und R o e n t g e 11. 'Technologic wurde gelehrt von Rudolf von W a g n e r und Ludwig 11 CI d i k II s , Mineralogie (ind Geologie von S a n d b c r g e r. Uns Chcniikern sind besanders iin Gediichtnis die Nanicri von S c h c r e r , S t r e c k e r , Johannes W i s 1 i c e n u s . Eniil I ' i I c 11 e r , H a n t z s e h und Eduard H ii c h n c r. DaB wir uns in diescr Stadt., in dcr der Geist von Wisscnschaft und Kunst vercint ist niit cdlcm Biirgersinn und mit Lebensfreude, in dicsen Tagen heiniisch und wohl gefiihlt haben, ist nicht zu vcrwundern. Umer D a n k mu13 deshalb zuerat den staatlichen B e 11 o r d e n litid dcr St,adt W ii r z b 11 r g gcltcn, die uns hicr so freundlich aufgenommcn haben. Ich habe ferner unseren ergebenstcn Dank Seiner Magnifizenz dem Herrn R c k t o r der Universitat dafiir auszusprechen, da13 er uns fur unsere Taguiig die schonen ltaumc der Univorsitiit in so freundlichrr Weisc zur Verfugung gestcllt hat. Ebenso danke ich Herrn Professor D i m r o t h , dcr so liebenswurdig war, uns die genirinschaftliche Sitzung der Fachgruppen in qcincm Institut zu ermoglichen. Vor allrni aber habe ich dem 0 r t s -i~ u s s c h u 13 und unsercn verehrten Wurzburgcr Kollegen aufrich-1.igc:n Dank dafur auszusprechen, daB sir sich urn dic Vorbereitungen zu unserer Vcrsanimlung rnit solchem Eifer und Erfolg berniiht haben. Ganz besonders danke ich auch den Damen Wiirzburgs, die so licbcnswiirdig waren, sich unserer Frauen und Tochtcr anzunehmcn. Ich glaubc, bei allen Tsilnehmcrn unserer Tagung herrscht nur eine Stimme dariiber, daB sie in jeder Hinsicht wohlgclungen war und an unsere whonsten Vcrsammlungen in Friedenszeiten erinnerte. , Es ist ja, meine geehrten Danien und Herren, auch die crste Versammlung, die wir wieder im Friedcn abhaltenwenn man dio Zeit, in dcr wir leben, iiberhaupt schon so ncnnen dad. Immer aber noch steht unsere Tagung inncrlich wie auBerlich unter dem schweren Druck der Kriegszeit. Wie andcrs sind die Dinge gekommen, a h wir es uns in unseren Versammlungen wahrend des Krieges gedacht haben, bei dcncn wir in patriotischer Begeisterung auf Sicg und ehrenvollen Frieden hofften. Das Scbicksal hat es andrrs gewollt.
doi:10.1002/ange.19190328202 fatcat:q57eoi3axfefdodlwtrbw4zwdq