Ist die polumkehr bei der entartungsreaktion echt oder scheinbar?

H. Boruttau
1911 Zeitschrift für die gesamte Neurologie und Psychiatrie  
In einer kfirzlich erschienenen Monographie fiber die Entartungsreaktion 1) hat E. Reiss den verdienstvollen Versuch unternommen, die Reaktionsweise pathologisch ver~nderter Muskeln auf den elektrischen Reiz auf physikalisch-chemischer Grundlage zu erkls indem er ausgeht yon den Arbeiten Nernsts, an denen er selbst insofern teilgenommen hat, als er die yon diesem und v. Z e y n e k sowie B a r r a t t 2) gefundene Gesetzm~l]igkeit, dal~ bei der Reizung yon Muskeln des Frosches und des Menschen,
more » ... s und des Menschen, sowie sensibler Nerven des letzteren mit Wechselstr6men die zur Erzielung der Reizschwelle n6tige Stromstiirke mit der Quadratwurzel aus der Wechselfrequenz ansteigt, in zahlreichen Versuchen bests und auf pflanzliche Gebilde auszudehnen versucht hat. 3) Nernst sieht mit Reeht in dieser Gesetzm~l]igkeit, die er durch mathematische Ableitung aus den Diffusionsgesetzen vorhergesagt hatte, einen Beweis daffir, dait die elektrische Reizwirkung auf einer Konzentrationsgnderung der in den lebenden Gebilden enthaltenen Elektrolyte beruht, die beim Durchgang des elektrischen Stromes durch die eingelagerten Grenzschichten respektive halbdurchlgssigen Membranen mit Notwendigkeit stattfinden mug. Es ist hier nicht der Ort, auf die zur Erklgrung der Gfiltigkeitsgrenzen des "Quadratwurzelgesetzes" yon Nernst aufgestellte Theorie der "A_kkommodation" nigher einzugehen, noch auf die zum Tell gegnerischen Ausffihrungen yon L a p ic q u e und anderen. Ich mSchte 1) Die elektrische Entartungsreaktion, klinische und experimentelle Studien fiber ihre Theorie.
doi:10.1007/bf02867067 fatcat:d25q5ogilbc3lckxhjrdyizoti