Studien zu Mair von Landshut [article]

Marianne Gammel, Technische Universität Berlin, Technische Universität Berlin, Robert Suckale
2011
Obwohl von Mair von Landshut (um 1450/60 – ca. 1504) eine Reihe von vor allem signierten Graphiken erhalten sind, ist er als Künstlerpersönlichkeit schwer fassbar. Es gibt nur wenig Nachrichten, die ihm eindeutig zuzuordnen sind. Herkunft und künstlerischer Werdegang lassen sich nur ansatzweise rekonstruieren; gleiches gilt für seine Tätigkeit in Landshut. Darüber hinaus ist sein Umfeld schlecht bearbeitet. Die kunsthistorische Forschung hat sich deshalb nur wenig für ihn interessiert. Er wird
more » ... eressiert. Er wird als "Mair maler von freising" im Münchner Stadtsteuerbuch von 1490 bezeichnet. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann er in einem Sippengeflecht der bedeutendsten Augsburger Patrizier- und Künstlerfamilien verortet werden. Als sich Mair in Landshut 1499 dem Kupferstich widmete in Kooperation mit Hans Wurm, reihte er sich ein in eine lange bestehende Tradition schwäbischer Künstler in Landshut. Mair gehört zu einer Gruppe von Künstlern, die am Beginn der Wende um 1500 stehen. Diese Maler sind noch der spätgotischen Kunst verpflichtet, andererseits sehr experimentierfreudig, was häufig zu Manierismen, Widersprüchlichkeiten und Karikierendem führte. Der bekannteste unter ihnen ist Hieronymus Bosch. Der Freisinger Fußwaschungsaltar, eine Memorialstiftung des Tristan von Nussberg, gibt einen geographischen Anhaltspunkt für Mairs Schaffen: Die Dissertation thematisiert erstmals das komplexe Gesamtprogramm des Altares in der Freisinger Domsakristei und seine inhaltliche und formale Konzeption. Das Retabel wird als ein innovatives und theologisch aufgeladenes Konzept diskutiert. Die ausgeklügelte Phantasie legt die Annahme ganz spezieller Wünsche vonseiten des Stifters nahe. Wie im Fußwaschungsaltar ist auch im gesamten Werk Mairs eine Befassung mit den maßgeblichen religiösen Texten festzustellen, die bislang noch nicht mit den Werken Mairs in Verbindung gebracht wurden. Im Zusammenhang mit der Signiermethode Mairs auf einem cartellino kommt dem Starck'schen Kreuzaufrichtungstriptychon in Washington eine Schlüsselrolle zu. Mair ist auf [...]
doi:10.14279/depositonce-2932 fatcat:xs677c2gkvfpzogsoemtlr2iza