Olympiastadien der Neuzeit - Entwicklungslinien einer Bauaufgabe des 20. Jahrhunderts

Thomas Schmidt, ICOMOS – Hefte Des Deutschen Nationalkomitees
2015
Die Wiederbelebung der Olympischen Idee durch Pierre de Coubcrtin in Gestalt der Olympischen Spiele der Neuzeit ab 1896 bildete den primären Anlass für die Planung und den Bau von Olympia-Stadien. Mit seiner Idee, die nationalen antiken Olympischen Spiele auf internationaler Ebene auszutragen, entfachte er erneut das Olympische Feuer. Erstmalig setzte damit international eine rege Bautätigkeit von Stadionbauten ein, die man meist in groß angelegte Sportparkanlagen mit guter Verkchrsanbindung
more » ... erkchrsanbindung einbettete. Nicht nur der Sport, sondern ebenso die Architektur musste sich dem internationalen Wettkampf stellen und erbrachte Spitzenleistungen. Neue Wege wurden hier vor allem in funktioneller und konstruktiver Hinsicht bestritten. Bei der Austragung der Olympischen Spiele wurden nicht immer neue Stadien errichtet, sondern auch auf vorhandene Sportstätten zurückgegriffen, die man anlässlich der Spiele entsprechend den aktuellen Bedürfnissen modernisierte. Die modernen Olympiastadien dienten nicht nur dem Spitzensport, sondern auch exponierten Veranstaltungen. Dies verdeutlicht auch die vielseitige Verwendbarkeit der Stadien. Man kann durchaus behaupten, dass von den Olympischen Spielen einer der stärksten Impulse für die Errichtung von Sportstätten im Breitensport ausgegangen ist und auch noch heute ausgeht. Die baulichen Entwicklungslinien Maßgeblich für die baulichen Entwicklungslinien im Zusammenhang mit den Wettkampfeinrichtungen und der architektonischen Gestaltung waren vor allem das Nutzungsschema der Arena und die Zuschauertribünen mit ihren Anforderungen für optimale Sichtbedingungen. Zunächst zu den Grundrissformen der Arenen. Zu Beginn der Olympischen Spiele der Neuzeit gab es noch keine genauen Vorstellungen darüber, welche Laufbahnlängc und Abmessungen des Spielfeldes am besten für die Austragung der Wettkämpfe geeignet waren. Darüber hinaus war man sich bis ca. Ende der 1920er Jahre nicht im klaren über die Anzahl von Sporteinrichtungen in der Arena. Dies führte auch zu unterschiedlichen Stadionformen. Es dauerte knapp drei Jahrzehnte, bis sich die heute gültigen Stadionformen herausbildeten. Die einzelnen Wettkampfeinrichtungen in der Arena beeinflussten weitgehend mit die Grundrissformen und das Ausmaß des Stadionbaus. Heute sind die Wettkampfeinrichtungen international genormt, um Vergleichswcttkämpfe zu ermöglichen. Die Arena, dass Herzstück eines Olympia-Stadions, besteht heute aus einem Fußballfeld und einer darum geführten 400 m langen Leichtathletikrundlaufbahn. Die Leichtathletiklaufbahn bildet meist die Grenze der Arena und spiegelt eine ovale Form wieder, die sich häufig modifiziert auch im Gesamtbild der Anlage zeigt. Das war nicht immer so. Vielmehr ist dies das Ergebnis, dessen Entwicklung ich im folgenden darstellen möchte.
doi:10.11588/ih.2001.0.20868 fatcat:uwd76qremjcwjfqzztywynircy