Untersuchung der zirkadianen Rhythmik der Exzitabilität des menschlichen Motorkortex bei Patienten mit juveniler myoklonischer Epilepsie mittels Transkranieller Magnetstimulation

Martin Pfütze, Nervenheilkunde, Hamer, Hajo M. (Prof. Dr.)
2011
Die juvenile myoklonische Epilepsie (JME) ist eine häufige Form der primär generalisierten Epilepsien, welche durch generalisierte myoklonische Anfälle und generalisierte tonisch-klonische Anfälle (GTCS) gekennzeichnet ist. Typischerweise treten diese Anfälle nahezu ausschließlich innerhalb der ersten zwei Stunden nach Erwachen auf. Trotz einer Vielzahl von Studien zur Klinik, zu elektrophysiologischen Charakteristika und zur genetischen Prädisposition der JME blieben bislang die zugrunde
more » ... die zugrunde liegenden Pathomechanismen in vielen Aspekten unklar. Vor allem auch die zirkadianen Veränderungen der Exzitabilität des menschlichen Motorkortex bei JME sind bisher nur unzureichend verstanden. Die Transkranielle Magnetstimulation (TMS) bietet die Möglichkeit, nicht-invasiv und differenziert die Exzitabilität des menschlichen Motorkortex wiederholt in-vivo zu untersuchen. Ziel dieser Arbeit war die Charakterisierung möglicher zirkadianer Veränderungen der motorkortikalen Exzitabilität bei Patienten mit JME und deren Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen. In der vorliegenden Studie wurde hierzu mittels Einzel- und Doppelimpuls-TMS die Exzitabilität von zwölf an JME erkrankten Patienten (8 mit Anfällen, 4 anfallsfrei, 11 antikonvulsiv behandelt mit Lamotrigin, Valproat, Oxcarbazepin, Levetiracetam, Carbamazepin, Ethosuximid) und zehn gesunden Kontroll-personen untersucht. Dazu wurden in den ersten zwei Stunden nach dem Erwachen und am Abend jeweils die Motorschwellen (MT), die intrakortikale Inhibition (ICI), die intrakortikale Fazilitation (ICF), sowie die kortikale Silent Period (CSP) bestimmt und mittels parametrischer und nichtparametrischer Testverfahren für abhängige und unabhängige Stichproben (ANOVA, Wilcoxon-signed-rank-Test, Mann-Whitney-U-Test) intra- und interindividuell im Sinne einer explorativen Analyse ausgewertet. Das Signifikanzniveau wurde für alle Tests auf P<0,05 festgelegt. Bei JME-Patienten fanden sich keine signifikanten intraindividuellen Veränderungen (P>0,05) aller gemessener Parameter am Morgen [...]
doi:10.17192/z2007.0032 fatcat:s5hqu4zkqfcutbzvirbjqwj7l4