Albrecht von Haller - Ignazio Somis, Briefwechsel 1754-1777. Herausgegeben und erläutert von E.Hintzsche. Verlag Hans Huber, Bern/Stuttgart 1965. 147 Seiten. Kartoniert Fr./DM 10.80

H. Fischer
1968 Gesnerus  
den Versuch unternommenmehr darf bei der Spärlichkeit authentischen Materiales nicht erwartet werden-unter dem etwas irreführenden Titel Michelangelo und die Medizin seiner Zeit Michelangelos anatomische Bemühungen darzustellen. Da anatomische Zeichnungen des Künstlers nur zum geringsten Teil erhalten sind, ist die Darstellung auf zwei ungleiche Quellen angewiesen : auf die nicht unbedingt zuverlässigen Biographen Vasari und Condivi, einige zeitgenössische Briefe und andererseits auf die
more » ... eits auf die anatomische Analyse einiger Werke Michelangelos, beginnend mit dem Trunkenen Bacchus, dem Dat'id, der IVacht unter Hinweis auf einige anatomische Studien des Künstlers (Schmidt). Das anatomische Interesse Michelangelos war unbestreitbar groß, ist aber im Gegensatz zu Lionardo wenig dokumentiert. Sicher steht, daß der Künstler in Florenz und namentlich in Rom selbst Sektionen an menschlichen Leichen (anscheinend auch an Tieren) ausführte, wovon der Bericht des mit Michelangelo befreundeten hervorragenden Vesal-Schülers und Anatomen Realdo Colombo (1516 ?-1559), Verfasser eines verbreiteten Anatomielehrbuches Zeugnis ablegt, der seinen Freunden Michelangelo und Condivi 1548 den Leichnam eines schönen Mohrenjünglings zur Sektion schickte. -Ob Michelangelo beabsichtigte, eine Anatomie für Künstler zu verfassen, steht nicht fest. In den späteren Werken Michelangelos scheint sich der Einfluß seiner Anatomiestudien, die sich hauptsächlich auf Muskeln und Gelenke beziehen, im Sinne allzu plastischer Darstellung der «Anatomie» bemerkbar zu machen. -Ein Exkurs über die Darstellung von Ecorchés in der Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts bildet den Beschluß von Schadewaldts Darstellung. Dem mit Abbildungen hervorragend ausgestatteten Band geht eine kurze Darstellung von Michelangelos Leben und Werk durch Schmidt und eine Analyse von Michelangelos Auseinandersetzung mit der Anatomie und Psychologie vom kunsthistorischen Gesichtspunkt voraus. Literaturund Namenverzeichnis bilden den Beschluß des Textteils. ff. Bischer 14. yli&recht ron ffai/erfgreazio Somis, Briefwechsel 1754-1777. Herausgegeben und erläutert von E.Hintzsche. Verlag Hans Huber, Bern/Stuttgart 1965. 147 Seiten. Kartoniert Fr./DM 10.80. Die 91 französisch geschriebenen Briefe Hallers werden in extenso wiedergegeben, die Briefe von Somis sollen von L. Realini und F. Pagnamenta, 182 an Zahl, 238 Downloaded from Brill.com01/03/2021 05:41:37AM via free access
doi:10.1163/22977953-0250304024 fatcat:qrreelm2mraatbkbz3bn6i7ami