Ava oder Kava-Kava

1877 Archiv der Pharmazie  
Die unter obigem Namen schon ringer bekannte Wurzel ist in letzter Zeit in Prankreich wieder haufig und mit Erfolg gegen Gonorrhoe angewendet worden und hat damit die Aufmerksamkeit wieder auf sich gelenkt. Ihre Starumpflanze ist Piper methysticum, ein auf Viti, Tahiti, Hawai, den Gesellschaftsund Tongainseln vie1 gebauter etwa 2 Meter hoher Strauch mit 12 bis 24 Centimeter langen und beinahe eben so breiten Blattern, welche herzformig und kurz zugespitzt rrind. Die leichte, schwammige Wurzel
more » ... schwammige Wurzel fiudet sich in Exemplaren von 2 bis 4, ausnahmsweise bis zu 20 Pfund schwer, von welchem Gewicht beim Trocknen etwa die Halfte verloren geht. Sie ist aussen grau braun, innen gelblichweiss, im Centrum saftig und von anastomosirenden Gefassbundeln durchzogen. Ihr Geruch erinnert an die Bluthen von Syringa vulgaris und zugleich an den von Spiraea Ulmaria. Der Geschmack ist schwach stechend, wenig bitter und adstringirend, wobei die Speichelsecretion vermehrt wird. In der Regel wird die Wurzel in Form eines Infusum angewendet, welches gern genommen wird, und nicht , wie viele andere antigonorrhoeische Mittel, den Appetit verdirbt, sondern denselben erhoht. Die Wurzel enthalt nach den Untersuchungen von Cuzent ein blassgelbes iitherisches Oel , zwei Procent eines sauren Harzes und etwa 1 Procent eines &;neutralen krystallirbaren Korpers , Kavahin oder Methysticin genannt. Dieses wird durch Chlorwasserstoffsiiure erst roth , dann hellgelb, durch concentrirte Schwefelsaure anfangs violett , dann griin gefarbt. (New Remedies, New-York. Vol. V. No. X . yag. 294.).
doi:10.1002/ardp.18772110332 fatcat:fi5jswmj6bh5biwswcltymqz2y