Helsana-Hausarztversicherung: Aktion des GFMG

2007 PrimaryCare  
Gerne informiere ich die Leserinnen und Leser von PrimaryCare über die Aktion, die wir Freiburger in Sachen Helsana-Hausarztversicherung durchgeführt haben. Angesichts einer Ärzte-Liste mit 39 Namen (davon ein Kollege, der seit Jahren nicht mehr praktiziert ...), ausschliesslich aus zwei Bezirken (Freiburg und Gruyère), hat das GFMG diese 38 Kollegen angeschrieben und sie aufgefordert, individuell ihre Streichung von der Liste zu beantragen. Der Helsana haben wir geschrieben und von ihr
more » ... und von ihr verlangt, dass alle Allgemeinpraktiker des Kantons auf dieser Liste figurieren sollten. Ohne Antwort würden wir die Sache an die Öffentlichkeit bringen. Das haben wir dann auch nach Ablauf der angegebenen Frist von einer Woche sofort gemacht; je ein Artikel wurde in der «La Liberté» und der «La Gruyère» publiziert, und «Radio Romande» hat in seiner Starsendung («Forum») den Präsidenten der FMH und den Pressesprecher der Helsana einander gegenübergestellt. Von 16 Kollegen haben wir eine Kopie ihres Schreibens bekommen. Inzwischen hatte ich Kontakt mit dem Kollegen in Schaffhausen und habe erfahren, dass deren Bemühungen noch kompletter und radikaler als unsere waren, weshalb wir unsere Aktion nicht weiterführten. Im Vorstand des GFMG waren und sind wir der Meinung, dass wir mit dieser Aktion gezeigt haben, dass wir wachsam sind und uns nicht alles gefallen lassen. Wir sind sicher, dass die anderen Krankenkassen diese Aktionen aufmerksam und wahrscheinlich mit Schadenfreude verfolgt haben, womit ein Hauptzweck erreicht wurde: Man kann mit uns nicht alles machen! Für uns ist diese Aktion abgeschlossen, wir werden an der nächsten GV unsere Mitglieder noch informieren, doch andere Aktionen haben wir vorderhand nicht geplant. Die Schweizerische Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SGAM) begrüsst grundsätzlich sinnvolle Ansätze für «e-health», nicht aber in der Form, wie es der Bundesrat gestern in der «Verordnung über die Versichertenkarte für die obligatorische Kankenpflegeversicherung» getan hat. Die Verordnung ist nach Auffassung der SGAM unausgegoren, vor allem, weil administrative und persönlichen Gesundheitsdaten vermischt werden. Das ist für die SGAM unhaltbar, und zwar aus Gründen des Datenschutzrechts ebenso wie vor dem Hintergrund des Patientengeheimnisses. Fazit: Die Versichertenkarte in der vorliegenden Form bringt nichts. Die SGAM ist nicht bereit, Hand zu bieten für die Einführung eines Systems, dessen Nutzen (insbesondere für die Patienten) nicht überprüft ist. Die Schweizer Hausärzte werden auch nach der Einführung der Versichertenkarte keine Gesundheitsdaten auf der Karte erfassen. Die Ablehnung der vorliegenden Verordnung durch die SGAM geht einher mit der Kernforderung 1 der Hausärztekundgebung am 1.4.2006. Danach fordern die Hausärzte bessere Arbeitsbedingungen, damit mehr Zeit für die Patienten bleibt. Die vorgesehene Versichertenkarte hätte den gegenteiligen Effekt: Höherer administrativer Aufwand, weniger Zeit für die Patienten.
doi:10.4414/pc-d.2007.07501 fatcat:jefkbql77fayxe4ycjs3wjo67m