Zur Biologie des Favus

O. Boer
1887 Archives of Dermatological Research  
Seitdem im Jahre 1839 dutch Sch6nlein die Pilznatur des Favus nachgewjesen und der Pilz yon Remak den Namen Achorion Schoenleinii erhalten, sind zu allen Zeiten yon den verschiedensten Forschorn zfiChtungs-und Uebertragungs-Versuche der Pflanze yon Menschen auf Thiere, namen~lich auf Mause und K~ninchen aus-geffihr~ worden. Es ist nicht meine Absicht, die verschiedenen Auffassungen der einzelnen Autoren, betreffs der biologischen Eigensehaften des Pilzes bier niiher zu beleuchten, da diese dem
more » ... ~eutigen mykologischen Standpunkte doch nicht mehr entspreehen. Es ist bekannt, dass die einen ihn zum Aspergillus, die andern zum Penieillium, igucor etc. zahlten, well bei Culturversuehen, die eine oder andere der genann~en Formen gezt~ch~e~ wurde. Die autochthone Favus-Erk~'ankuDg bei versehiedenen Hausthieren ist bereits von Robin, Gerlach, Pick, Rivoltu und anderen Forschern besehrieben worden, welche durch mikroskopisehe Uatersuchun;gen und Weiter-Impfungen die Natur des Favuspilzes bei Thieren constatirten. Namenflieh ~ar es Pick vorbehalten in seiner vortreffiichen Arbei~ "Untersucbung fiber die pfianzlichen Hauptparasiten", sowohl durch Impfung yon Thier auf Mensch, als vice versa, die Identit~ zwischen Mause-und Menschenfavus zur Evidenz nachzuweisen, und somit hat er sieh bierdurch das Verdienst erworben, das vollkommene Yerstiindniss der be~l'effenden Thier-Erkrankung hlargeiegt zu haben. 28*
doi:10.1007/bf02042314 fatcat:ydcf3g5fdrfgpelnn4ul7gpwz4