Das österreichische Denkmalschutzjahr 1975 im Spiegel zweier Publikationen

Andreas Lehne
2017
ZUsAMMENFAssUNG Der beste Überblick über die österreichischen Initiativen im Denkmalschutzjahr 1975 lässt sich aus zwei diesem Thema gewidmeten Sonderheften gewinnen, wobei das vom zuständigen Ministerium für Wissenschaft und Forschung eine Vorausschau bot, während man in der von der Fachorganisation, dem Bundesdenkmalamt 1976 herausgegebenen Publikation bereits ansatzweise versuchte, die Ereignisse im Rückblick zu bewerten. Unter den verschiedenen Beiträgen findet sich auch eine Art Statistik,
more » ... eine Art Statistik, aus der hervorgeht, dass die Angehörigen des Bundesdenkmalamtes mit 280 Vorträgen, der Beteiligung an 18 Ausstellungen und einer regen Medienarbeit, die 1 000 Zeitungsartikel generierte, mit großem Engagement an der Kampagne beteiligt waren, wobei gleichzeitig die Zahl der denkmalpflegerischen Interventionen um fast 100 Prozent gesteigert werden konnte. Das Jahr war also im Hinblick auf den Werbeeffekt für die Erhaltung des Erbes ein großer Erfolg. Die große Mobilisierung der Öffentlichkeit wurde von manchen Vertretern der Denkmaladministration allerdings auch mit Sorge betrachtet; man befürchtete eine Überforderung des Apparates. Dabei wurde das Hauptziel der Kampagne gar nicht erreicht. Ein damals bereits ausgearbeiteter Entwurf für eine Novellierung des veralteten allein auf das Einzeldenkmal abgestellte österreichische Denkmalschutzgesetz, der eine Erhaltungsverpflichtung durch den Eigentümer und einen effektiven Ensembleschutz vorgesehen hätte, erlangte nie Gesetzeskraft. Der Rückenwind, den die Kampagne geboten hätte, konnte nicht genutzt werden. EINLEItUNG
doi:10.11588/monu.2015.0.42409 fatcat:64k3eva73nbjde3wq2g54mteqa