"Ich kleide mich wie ich denke". ,Sprechende Gewänder' als kulturelle und politische Signalgeber in der griechischen Antike

Rosa Reuthner
2017
Zusammenfassung Die ,Sprache' von Textilien ist ein jahrtausendealtes Phänomen, in bemerkenswerter Intensität auch in der griechischen Antike. In archaischer Zeit visualisiert die Schönheit und Kostbarkeit der Gewänder arete und Status, während sich in klassischer Zeit der Symbolgehalt von Männerund Frauengewändern zu unterscheiden beginnt. Kostbare Männerkleidung gerät mit dem einheitlich schlichten Habitus des kämpfenden Politen in Konflikt. In hellenistischer Zeit zentriert sich eine
more » ... t sich eine Textildebatte auf das ,Kostüm' Alexanders des Grossen sowie östlichen und Tyrannenluxus. Im ersten Jahrhundert n. Chr. gliedert sich die Debatte in die auch in Rom geführte Luxuskritik ein und macht den zerschlissenen Philosophenmantel zum Markenzeichen des Guten schlechthin, der jedoch selbst unter Verdacht gerät, nur noch Fassade zu sein.
doi:10.11588/fc.2013.2.39365 fatcat:zfczowffljaijhsciejsvmy4cu