Seine Studenten und seine Sorgen

Anna Johow
1968 Kritische Justiz  
dinarien viel deutlicher werden, den nur ein professoraler :oLernprozeß« und eine dadurch vermittelte ,.Demokratisierung« der Hochschulverfassung erweitern könnte. Doch davon ist man bei Professoren der Jurisprudenz noch weit entfernt. Somit sind auch die Möglichkeiten einer von Srudenten praktizierten Srudienreform begrenzt. Ständige Disziplinierungsmaßnahmen fordern ihre Opfer. Die Herkunft der Srudenten und eine noch immer am Positivismus orientierte Ausbildung, die zudem kein unmittelbar
more » ... kein unmittelbar praktisches und wissenschaftliches Interesse, sondern ein Examensinteresse leitet, mahnen zur Vorsicht gegenüber Annahmen, die von einer schne1len Verhaltensänderung dieser Studenten ausgehen. Folgendes läßt sich jedoch konstatieren: x. Arbeitsgruppen kritischer Srudenten ist es möglich, einen Privatbereich zu verlassen und, sei es mit Hilfe der Instirution Fachschaft, das Bewußtsein von Kommilitonen zu problematisieren. 1 . Es liegt im Bereich des physisch und intellekruell Möglichen, daß diese Gruppen, bei der "Studienberarung« angefangen, eine Anpassung von Anfängern an den tradierten Studienbetrieb verhindern können und diese Siruation auch zu stabilisieren vermögen. 3. Es ist ferner möglich -und das ist vor allem eine Frage der Taktik -die Fixierung einer Vielzahl von Studenten auf den Ordinarius zu brechen, um damit eine weitergehende Problematisierung von Lehrstoff etc. und eine selbsttätige Praxis vorzubereiten. "Aber um sich zu heben, genügt es nicht, sich in Gedanken zu heben, und über dem wirklichen, sinnlichen Kopf das wirkliche, sinnliche Joch, das nicht mit Ideen wegzuspintisieren ist, schweben zu lassen« (Man). Heinricht Schacht
doi:10.5771/0023-4834-1968-2-170 fatcat:hltx2futnzctbmy4kwgzwzuccm