On State Management of Water Conservancy in Late Imperial China

Sabine Dabringhaus
1998 Sediments of Time. Environment and Society in Chinese History   unpublished
Jeder Kontinent, jedes Land hat seine eigenen Schwerpunkte umwelthistori-scher Forschung, die sich aus der Quellenlage, den Forschungstraditionen und dem jeweiligen Charakter der Umwelt ergeben. Die amerikanische Forschung leistete für die Umweltgeschichte Pionierarbeit. Seit über vier Jahrzehnten ge-ben ihre Werke wichtige Impulse für die Entwicklung dieses Teilgebiets der Geschichtswissenschaft in anderen Regionen der Welt. Dies gilt auch für China , das zwar auf eine jahrhundertealte
more » ... undertealte Tradition staatlichen Umweltmanage-ments zurückblickt, wo sich eine umwelthistorische Forschung aber noch in der Aufbauphase befindet. Zur fachlichen Spezialisierung kam es erst, als sich die realen Umweltprobleme nicht mehr leugnen ließen und die Staatsführung die Bedeutung von Umweltpolitik erkannte. Chinas Historiker wandten sich Umweltfragen zu einem Zeitpunkt zu, als sich das Land verstärkt in globale Strukturen integrierte und auch auf wissenschaftlicher Ebene zunehmend globalgeschichtliche Fragen diskutiert wurden. Anders als in der Umweltge-schichte gab es bei der Globalgeschichte einen Vorläufer: eine bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Ansätzen erkennbare Weltgeschichts-schreibung, die sich allerdings auf die Beziehungen zwischen und den Ver-gleich von Nationalstaaten beschränkte. Wichtige Impulse für die Weiterent-wicklung zur Globalgeschichte erfolgten-wie bei der Umweltgeschichte-erst im Kontext von Chinas Globalisierung am Ende des 20. Jahrhunderts. Grundsätzlich ist China für die historische Umweltforschung in mehrfacher Hinsicht ein Sonderfall: Das in der Fläche drittgrößte und in der Bevölke-rungszahl heute größte Land der Welt verfügt von Natur aus über ein günstiges Wassersystem, das vom Menschen früher als in vielen anderen Weltregionen reguliert wurde. Die für die Schifffahrt förderlich verlaufenden Kommunika-tionswege Gelber Fluss und Yangzi sowie der in Teilen schon vor über 2.000 Jah-ren angelegte Große Kanal trugen zur Kontrolle und Ausbeutung der ökologi-schen Vielfalt verschiedener Wirtschaftszonen bei. Sie ermöglichten die Ent-stehung eines intensiven interregionalen Handelsverkehrs und einer relativ ho-mogenen Gesellschaft-mehr als in anderen großen Flächenstaaten der Welt. 1
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