Die Kohlensäure des Muskels und ihre Beziehungen zur Entstehung und Lösung der Totenstarre

Leonhard Wacker
1916 Pflügers Archiv: European Journal of Physiology  
Die Ursache der Totenstarre steht in innigem Zusammenhange mit dem Energiestoffwechsel des Muskels, und zwar ist anzunehmen, dass fiir den Dauerznstand i der :Starrekontr~ktion i~hnliche Bedingungen und chemische;Yorgange maassgebend sind, wie ft~r die physiologische Muskelkontraktion. Wi~hrend bei der physiologischen Tatigkeit des Muskels eine allzu grosse Si~ureanhiiufung vermieden wird und mit Hilfe der Blutzirkulation ein hbtransport der angefallenen Kohlensaure stattfindet, ist der
more » ... tand bei der Starrekontraktion gerade durch libermiissige S~ureproduktion hervorgerufen und auf den Umstand zuriickzufilhren, dass eine normale KohlensRureabfuhr unmSglich geworden ist. An Stelle der htmungs-tRtigkeit ist ein langsames Entweichen der KohlensRure getreten, mit dem die LSsung der Starre Hand in Hand geht. Schon frtiher wurde darauf hingewiesen, dass die Hauptursache der Totenstarre in 'einem Kohlensi~uredruek innerhalb der Muskelfaser zu suchen sein diirfte. Eine Druckbildung ist begreiflich, wenn die Annahme, dass die Kohlensi~ure aus Alkalibikarbonat unter Einwirkung von SRure entsteht, sich als richtig erweisen sollte. Wichtige Griinde sprechen 1) Vgl. hierzu die vorangegangenen Arbeiten: Zur Kenntnis der Totenstarre und der physiol. Vorghnge im Muskel. Miinchener reed. Wochenschr. Bd. 62 S. 874 und 913. 1915. --Anoxybiotische Vorgi~nge im Muskel. Arch. f. d. ges. Physiol. Bd. 163 S. 491. 1916. --Physik. und chem. Vorgi~nge im tiberlebenden Muskel als Ursache der Totenstarre. Biochem. Zeitschr. Bd. 75 S. 101. 1916.
doi:10.1007/bf01681081 fatcat:kjk63k36d5anfh6bfsipkmxzza