Absorptionscoëfficienten des Blutes und des Blutplasmas für Gase1

Christian Bohr
1905 Skandinavisches Archiv Für Physiologie  
I. Fiir eine Reihe biologiseh wichtiger Fragen, die mit del' chemischen Theorie von del' Bindung del' Kohlensaure und des Sauerstoffes theils im Gesammtblute, theils im Plasma und in den Blutkorperchen in Beziehung stehen, ist es nothwendig, den Bunsen'schen Absorptionscoeffioienten fur diese Medlen genau zu kennen, um hierduroh die Menge des Gases berechnen zu konnen , das dem Drucke proportional einfach in denselben gelost ist. Del' Bestimmung diesel' Absorptionscoeffioienten stent sioh
more » ... en stent sioh indess in del' vorwiegenden Anzahl. von Fallen die Schwierigkeit entgegen, dass das Blut Substanzen enthalt, welche mit den genannten Gasen dissociable chemischeVerbindungen sohliessen; unmittelbar lass] es sioh in solchen Fallen nichtfeststellen, ein wie grosser Theil del' bei einem gegebenen Drucke in toto absorbirten Gasmenge dem Henry'schen Gesetze gemass in del' Fliissigkeit einfaeh gelOst ist; hier war es deshalb nothwendig.Tndirecte Wege einzuschlagen, um die Grosse del' Absorptionscoefficienten zu untersuchen. So hat man (Zuntz, Setschenow) den Absorptionscoefficienten del' Kohlensaure fiir Blut und Serum daduroh zu bestimmen gesuoht, dass man diejenige Kohlensauremenge maass, die in diesen Fliissigkeiten absorbirt wird, nachdem man die chemische Bindung del' Koblensanre durch vorhergehende Neutralisation del' Fliissigkeiten mittels einer starkeren Saure (Phosphorsaure, Oxalsaure) ausgeschlossen hat. Ein vollig genaues Resultat lasst sich duroh dieses Verfahren freilich wohl nicht erzielen, wesentlich weil die Bindung del' Kohlensaure an das Globin 1 Der Redaction am 8. Februar 1905 zugegangen.
doi:10.1111/j.1748-1716.1905.tb00547.x fatcat:u4ebiil2mbgctl56igzp3mdogu