Mathematisches Modellieren im projektorientierten Unterricht

Martin Bracke, Hans-Stefan Siller, Technische Universität Dortmund, Technische Universität Dortmund
2016
Mathematisches Modellieren im projektorientierten Unterricht Mathematisches Modellieren in realen und sinnhaften Kontexten ermöglicht das aktive Betreiben von Mathematik (vgl. Siller, 2015, S. 2). Als Ausgangspunkt dienen reale Fragestellungen, die von Lernenden eigenaktiv und selbstständig bearbeitet werden. Die Beiträge der Sektion zeigen ganz unterschiedliche Möglichkeiten einer umfassenden und umfangreichen Diskussion mit Hilfe mathematischer Werkzeuge Vorgänge in der realen Welt zu
more » ... len Welt zu untersuchen und in gleicher Weise zu reflektieren. Dabei zeigt sich in besonderer Weise, dass sich durch den bewussten Verzicht auf detailliert ausgearbeitete Lösungsansätze oder gar komplette Lösungsbeschreibungen die Rolle der Lehrkräfte als Begleiter von Modellierungsprozessen ändert. Es ist nicht ihre vordringliche Aufgabe, die Lernenden schon vorab beim Erlernen bestimmter fachlicher Inhalte zu unterstützen oder sie durch konkreten Hinweise auf Lösungswege zu führen, welche vorab festgelegt wurden. Vielmehr sollten die Lernenden zu selbständigem Arbeiten und Lernen ermutigen und dabei unterstützt werden wie sie bei den in diesem Prozess auftretenden Schwierigkeiten beraten und vordringlich das Finden eigener Lösungsansätze und Strategien zur Lösung von Problemen --fachlicher wie außerfachlicher Natur -angeregt werden können (vgl. Bracke, Friedewold & Schnieder, 2015). Auf diese Weise können als Ausgangsbasis sehr allgemein und offen formulierte Fragestellungen verwendet werden, die erst durch die Entscheidung der Bearbeiterinnen und Bearbeiter für bestimmte Modelle und mathematische Methoden konkret werden. Nicht vorab gewählte Inhalte, die im Rahmen eines Modellierungsprozesses angewandt, gelernt oder wiederholt werden sollen, lenken die Überlegungen in eine bestimmte Richtung. Es sind vielmehr die Vorkenntnisse der Modellierenden, die durch bewusste (Aus)Wahl und den zur Verfügung stehenden Zeitrahmen zu einem sehr individuellen Lösungs-und Lernprozess führen.
doi:10.17877/de290r-17567 fatcat:jxyulkfowvdkxlrvh2ulauo7z4