Die Schema-Theorie in der Medienwirkungsforschung: Ein unscharfer Blick in die "Black Box"?

Jörg Matthes
2004 Medien & Kommunikationswissenschaft  
Die Schema-Theorie gilt als bewährtes Erklärungsmodell in der kognitiv orientierten Medienwirkungsforschung. Gemäß dieser Theorie hängen die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen von erlernten, relativ stabilen kognitiven Wissensstrukturen, so genannten Schemata, ab. Ziel dieses Aufsatzes ist eine Bestandsaufnahme der Schema-Theorie in der Medienwirkungsforschung. Nach einem Überblick über die wichtigsten Grundannahmen widmet sich der Beitrag vor allem einer kritischen Betrachtung der
more » ... Betrachtung der Theorie. Es wird argumentiert, dass die Schema-Theorie nicht nur ein vereinfachtes Bild von Informationsverarbeitungsprozessen zeichnet, sondern auch für eine reliable und valide empirische Umsetzung unzureichend ist. Zudem können durch die Schema-Theorie Wirkungsprozesse nur schwer präzise vorhergesagt werden. Anschließend werden daher drei mögliche Alternativen zur Schema-Theorie skizziert: die nicht-strukturelle Schema-Theorie, konnektionistische Ansätze und Einstellungstheorien. Der Beitrag schließt mit einem Plädoyer für eine stärkere Orientierung an aktuellen kognitions-und sozialpsychologischen Konzepten.
doi:10.5771/1615-634x-2004-4-545 fatcat:cl6v26b5ifbanajx6ami4u7hge