Wilhelm Blasius, Krankheit und Hei/ung im Märchen. Offset-Köhler KG, Gießen-Wieseck 1977. 98 S., 28 Abb

Heinz Balmer
1978 Gesnerus  
geistesgeschichtliche Stellung sucht Richard Toellner gedankentief auszufinden Zwei Theologen schließen sich an: Andreas Lindt (Bern) kennzeichnet den religiösen Haller; Walther Zimmerli (Göttingen) stellt dar, was Haller Göttingen gab und was umgekehrt Göttingen für Haller bedeutete. Den Ausklang bildet Walther Killys Vortrag über «Hallers Jahrhundert»: hier richtet sich der Blick auf das Besondere seiner Zeit. Immer sprechen erste Kenner, jeder mit seiner eigenen Note, mit seinem eigenen
more » ... schwung. Das Buch ist für die weitere Hallerforschung unentbehrlich. Heinz Balmer 4. Wilhelm Blasius, Krankheit und Hei/ung im Märchen. Offset-Köhler KG, Gießen-Wieseck 1977. 98 S., 28 Abb. Der verdiente Physiologe Wilhelm Blasius untersucht vier Grimmsche Märchen, die alter Herkunft sind, auf Krankheiten und Heilungen. Kenntnisreich weist er auf das Vorkommen gleicher Motive in anderen urtümlichen Sagen hin. Krankheitserfahrungen flochten unbewußt am Gewebe der Märchen mit. «Der getreue Johann» wird stufenweise zu Stein, als ob er Gehirnschläge erlitte. «Sneewittchen» schluckt wahrscheinlich im Apfel Tollkirschengift, das die Haut rötet und eine Magenentleerung verlangt. «Rapunzel» ist das Kind einer Mutter, deren Schwangerschaftsavitaminose durch Rapunzelsalat gebessert wurde. Im Ehepaar «Frieder und das Catherlieschen» leidet die Frau bis zum schizoiden Zustand an Narrheit. Blasius entdeckt in diesen Märchen «treffende Beschreibun-
doi:10.1163/22977953-0350304016 fatcat:d2y4wuac2bdmvg4b7satkx7o6y