de Groot, Adrian: Die schmerzhafte Mutter und Gefährtin des göttlichen Erlösers in der Weissagung Simeons : eine biblisch-theologische Studie. - Kaldenkirchen: Steyler Verl., 1956

Joseph Reuss
2014
Buchbesprechungen de G r o o t, Adrian, SVD, Die schmerz* hafte Mutter und Gefährtin des göttlidien Er« lösers in der Weissagung Simeons (Lk 2,35). Eine biblisch-theologische Studie. Kaldenkirchen, Steyler Verlagsbuchhandlung, 1956. Gr.-8°, XVI und 130 S. -Brosen. DM 7,80. Mit Vorliebe werden in letzter Zeit Dissertationen zur Auslegungsgeschichte gefertigt. Vf. legt in seiner Arbeit eine biblisch-theologische Studie zu Lk 2,35 vor und untersucht in einem I. Teil "das Zeugnis von dreizehn
more » ... von dreizehn Jahrhunderten" (7-64), zuerst die Erklärung der griechischen (c. 1,8-31), dann der lateinischen Kirche (c. 2, 32-59) und faßt zum Schluß (c. 3,60-64) die historische Entwicklung und den exegetischen Wert dieser Zeugnisse zusammen. In der griechischen Kirche ist es der große Origenes, der das "Schwert" von Lk 2, 35 im übertragenen Sinn als Mariens Zweifel an der Göttlichkeit ihres Sohnes auffaßt. Ihm folgen Basilius, Cyrill v. Alex, wie Hesychius v. Jerusalem und weitere griechische Theologen, wenn bei diesen auch der Glaubenszweifel allmählich abgeschwächt wird. Erst bei einem. Autor des 6. Jh., Timotheus v. Jerusalem, tritt eine Wendung ein. Das "Schwert" ist der Schmerz M. um den Verlust ihres Kindes im Tempel oder, bei anderen Theologen, der Schmerz, verursacht durch das Leiden Christi. Eine Sonderstellung nimmt Ephram der Syrer ein, der bereits im 4. Jh. das "Schwert" als den Schmerz des Mutterherzens bezeichnet. In der westlichen Kirche wird besonders von Ambrosius Hebr 4,12 zur Erklärung von Lk 2,35 herangezogen. Das "Schwert" ist die von Gott verliehene Kenntnis der zukünftigen Passion Christi. Nach Augustinus und Paulinus v. Nola ist das "Schwert" das Mutterleid, das Maria zusammen mit ihrem gekreuzigten Sohne ertragen hat. Weiterhin findet sich, schon von Johannes v. Damaskus eingeleitet, die Auflassung, das "Schwert" bedeute die Geburtswehen, die Leiden ihrer Mutterschaft, die aus ihrer innigen Verbindung mit ihrem Sohne erwachsen. Im Mittelalter geht man, ohne Rücksicht auf den Ev=Text, von dem Bilde zur Wirklichkeit über und stellt die These auf, daß Maria unter dem Kreuze wirklich geboren habe, und z-var Christus als das Haupt der Menschheit und die Christen für das Gottesreich. Maria wird die
doi:10.5282/mthz/693 fatcat:uqdw36ks55d4zmx7binrkbxez4