Vorwort des Bearbeiters [chapter]

1973 Einführung in die Rechtswissenschaft  
Als der bekannte Kölner Rechtslehrer Bernhard Rehfeldt (29. 9. 1902Rehfeldt (29. 9. -20.10. 1968) unerwartet aus seiner Arbeit gerissen wurde, hinterließ er neben wissenschaftlichen Monographien und Abhandlungen, deren Schwerpunkt in der germanischen Rechtsgeschichte liegt, auch zwei anerkannte und weit verbreitete Lehrbücher. Das eine war sein Wertpapierrecht (1950), das 1966 die 8. Auflage erfahren hatte. Das andere war seine Einführung in die Rechtswissenschaft (1962), die 1966 in 2. Auflage
more » ... 1966 in 2. Auflage erschienen war. Diese Einführung kann in gewissem Sinne als sein Hauptwerk bezeichnet werden; denn mit ihr war es Rehfeldt gelungen, dem klassischen Werk von Gustav Radbruch einen neuen Maßstab entgegenzusetzen. Das jedenfalls war die Meinung der meisten Kollegen, von denen einer damals schrieb: "Es ist die für die heutige Studentengeneration geschriebene und für diese auch lesbare Einführung in eine Wissenschaft, die sich nur dann als solche bezeichnen darf, wenn sie den Ring des rein Normativen sprengt und sich die philosophischen, soziologischen, historischen, anthropologischen Grundlagen des Rechts und seiner unauflöslichen Verflechtung mit dem Sozialleben bewußt wird. Der Verfasser hat sich mit Mut und Erfolg dem gerade für die deutsche Rechtswissenschaft verhängnisvollen Entweder des Positivismus reiner und reinster Prägung und dem Oder eines Naturrechts verschiedenster Färbungen entzogen. Er vermittelt nicht nur dem Anfänger, sondern auch dem Fortgeschrittenen, ja sogar dem erfahrenen und belesenen Juristen in leicht faßlicher und von bemerkenswertem pädagogischen Geschick zeugender Form eine Gesamtschau des höchst komplexen sozialen Gebildes, das man gemeinhin ,Recht' nennt. Demjenigen, der sich auch über die Bedeutung der metajuristischen Grundlagen unserer Rechtsordnung einen Überblick verschaffen will, kann zur Zeit kein besseres Buch empfohlen werden. Mit einem Satz: Die Einführung in die Rechtswissenschaft -nicht nur für Studenten" (Ernst E. Hirsch in JR 1963, S. 278 f.). Studentengenerationen wechseln rasch. Seit kurzem müssen wir mit jungen Juristen rechnen, die keine Lateinkenntnisse mehr besitzen.
doi:10.1515/9783112316467-001 fatcat:tcziwesbwnd7tij6hqjjkijksm