Ueber das Fett der Dermoidcysten der Ovarien

E. Ludwig.
1897 Hoppe-Seyler´s Zeitschrift für physiologische Chemie  
Im Jahre 1875 übergab mir mein College weil. Th. Billroth eine grössere Quantität Fett aus einer Ovarial-Dermoidcyste zur Untersuchung, weil ihm die eigenthümliche Consistenz und das besondere Verhalten desselben aufgefallen waren. Ich habe dieses Fett mit weingeistiger Kalilauge verseift, den Weingeist verdampft, den Abdampfrückstand in viel Wasser gelöst und die so erhaltene trübe Flüssigkeit wiederholt mit Aether ausgeschüttelt. Nach dem Abdestilliren des Aethers blieb ein bei gewöhnlicher
more » ... bei gewöhnlicher Temperatur halbflüssiger, fettiger, hellgelber Rückstand, dessen Gewicht ungefähr ein Viertel des zur Untersuchung verwendeten Fettes betrug. Durch Abpressen wurde dieser Aetherextract in einen festen und in einen flüssigen Antheil getrennt, der erstere erwies sich im wesentlichen als Cetylalkohol, der letztere ist eine ölige, gelbe Flüssigkeit von schwachem, angenehmem Gerüche; dieselbe verliert erst nach langem Trocknen bei 120^ (im Wasserstoffstrome) das anhaftende Wasser vollständig und giebt dann bei cler-Elementaranalyse Zahlen, welche dem des Cholesterins ziemlich nahe stehen, sie verhält sich im allgemeinen wie ein Alkohol und in einigen wesentlichen Reactionen dem Cholesterin ähnlich. Diese Flüssigkeit ist gewiss kein einheitlicher Körper, da man bei der Destillation derselben im Vacuum mehrere Fractionen mit verschiedenen Siedepunkten erhält. Im Verlaufe der letzten zwanzig Jahre habe ich nun das gesammte einschlägige Material, das mir von den Wiener Brought to you by | provisional account Unauthenticated Download Date | 6/6/15 8:09 AM
doi:10.1515/bchm2.1897.23.1.38 fatcat:ab7ztbt7jbfzdoqezw74odwaxe