Ueber chemische Verwandtschaft

H. Debus
1853 Justus Liebig s Annalen der Chemie  
welche wir keinen weiteren Gruiid angeben konneii , die eben defshalb an sich selbst fur iins unbegreiflich werden, nennt man Iirafte. Solche Kriifte , iiidem dieselben Grundkriifte sind , denken wir iins in einer gegebenen Subslanz in einer bestimnilen Verbindungsweise, und eben durch diese letztere sind die besondereii Eigenschaften eines Iiorpers gegeben. Die Zalil dieser Grundkrafte , sowie die Geselze , nach denen dieselben in gegehencr Suhstanz zusaminengepaart sind , ist fiir iins ein
more » ... st fiir iins ein Rathsel und wird es ancli hiichst wahrscheinlich bleiben. So erscheint denii Materie als die Qnelle von Kraft und als der Angriffspunkt von Kraft. Die Anordnung der Kr#Re in einem liorper, insofern dieselben im Gleichgewichtszusland sind , wird fur emig dieselbe bleiben , weiin nichl Pufsere Ursachen eincii stiirenden Einflufs ausiiben. Die Veranderungen, welche an einer Substanz in dieser Weise hervorgebracht werden, sind entweder physikalisch oder chemisch. Die chemischen Erscheinungen sind im Gegensatz zu den physikalischrn hauptsachlich dadurch characterisirt , d a b in denselhen eine bleibende Veriinderung der Eigenschaften der Materic! , sowie der Beziehungen , in denen die Grundkrafte clerselbcn zu einander stehen , oder eine sogenannte Stoffvermandlung hervorgebracht wird. Cheinische Erscheinungen zerfallen in zwei Klassen, je iiachdeni dabei das Gewicht der Materie ungeandert bleibt , oder veriindert wird. Zu der ersten Art gehiirt der Uebergang in eine andere allotropische oder isonierische Nodification , und zu der zweiten die Falle, wo eine Subslanz sich in zwei oder mehrere neue spaltet, oder sich niit einem andern Kiirper zu einer chemiwhen Verbindung vereinigt. Als die Ursaohe solcher Veriinderungen der Materie wird die cheniische Verwandtschaftskraft angesehen. Der chemische Zustand eines Korpers kann nun unter verschiedenen Umstanden geandert werden. S t o t (Kiiallquecksilber) Wiirme (Quecksilberoxyd) , Licht (Chlor
doi:10.1002/jlac.18530860204 fatcat:aqaswhkgivgnhch6ut24aoqfiu