Die aktuelle Befindlichkeit als Beweggrund der sexuellen Initiative bei Frauen und Männern in heterosexuellen Partnerschaften

Nadia Al-Shanaq
2020 unpublished
Einleitung: Vergangene Studien konnten sowohl einen positiven als auch einen negativen Einfluss der sexuellen Aktivität auf die Befindlichkeit nachweisen. Ebenso zeigen sich hinsichtlich des Einflusses der Befindlichkeit auf die sexuelle Aktivität widersprüchliche Ergebnisse: Positives, negatives und neutrales Befinden sind mit der Vorhersage von sexuellen Aktivitäten assoziiert. Ein auf die sexuelle Aktivität einflussnehmender Handlungsprozess ist die sexuelle Initiative, die in diesem
more » ... e in diesem Zusammenhang bisher jedoch kaum berücksichtigt wurde. Die Analyse der sexuellen Initiative statt der allgemeinen Betrachtung der sexuellen Aktivität, soll unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede zur Klärung der heterogenen Ergebnislage dienen. Methode: Die gesunde, seit mindestens einem Jahr in heterosexueller Partnerschaft lebende Stichprobe (n1 = 30; Alter: M = 24.3, SD = 2.58) führte ein 14-tägiges ambulantes Assessment mit sieben täglichen Messzeitpunkten durch. Die Befindlichkeit zum Messzeitpunkt vor und nach der sexuellen Aktivität wurde mit der sexuellen Initiative in Beziehung gesetzt. Ergebnisse: Die Art der sexuellen Initiative unterscheidet sich signifikant nach dem Geschlecht. Für diesen Unterschied ist die größere Masturbationshäufigkeit seitens männlicher Teilnehmer ausschlaggebend. Von welcher Person die Initiative ausging konnte weder bei Männern noch bei Frauen durch die Befindlichkeit zum Messzeitpunkt vor der Aktivität vorausgesagt werden. Zudem hat die Art der Initiative keinen Einfluss auf die Veränderung der Befindlichkeit im Anschluss einer Aktivität. Schlussfolgerungen: Die sexuelle Initiative steht in keiner statistisch bedeutsamen Interaktion mit der aktuellen Befindlichkeit von Frauen und Männern. Dennoch regt diese Arbeit dazu an, ebenjene als bisher vernachlässigtes Teilkonstrukt der Sexualität zukünftig zu untersuchen, um die mit sexuellen Aktivitäten in Zusammenhang stehenden Beweggründe zu erforschen.
doi:10.25365/thesis.62650 fatcat:ofmzwmezvvesneksksg5a4pz6q