Nuóϲ, nurus, snuş̆á̅ und die griechischen und italischen femininen Substantiva auf -os

K. Brugmann
1907 Indogermanische Forschungen  
K. II ru gm an n, Nuóc, 71 urus, Nudc, nttrits, snugd mul die griechischen und italischen femininen Substantiva auf -os. Im Literarischen Zentralblatt 1S78 Sp. 084 habe ich an genommen und kurz begründet, daß die idg. Sprachen aus der Zeit ihrer Urgemeinschaft nur M a sk u lin a auf -os mitgebracht haben, daß mithin die fe m in in e n o-Stämmo des Griechischen und des Italischen, z. B. 0eóc, cpiifóc, lupus, fugas, wie sie in den Ver bindungen i) 0edc, f) cpii'fdc, lupus fsta, haec fägus
more » ... haec fägus auftreten1), alle einmal nur maskulinisch gewesen seien, d. h. adjektivische Attribute nur in maskulinisclier Form neben sich gehabt haben. Diese Ansicht, an der ich seitdem festgehalten habe (z. B. Jahrbb. f. dass. Phil. 1880 S. 600 f., Techmers Internat. Ztschr. 1,247, Griech. Gramm.8 367, Kurze vergl. Gramm. 356 f.), und die viel fach von andern angenommen worden ist (z. B. von R. Lange De substantivis femininis Graecis secundae decliuationis, Leipz. 1885, Delbrück Synt. Forsch. 4 ,1 2 f., Grundr. 3, 113 ff., Bartholomae Literaturblatt f. germ. u. román. Phil. 1899 n. 10)1 2 * * * ), stützte sich darauf, daß Entstehung des femininen Genus aus dem mas kulinen bei einem Teil der betreffenden o-Stämme notwendiger weise angenommen werden muß und bei den anderen mit éiner Ausnahme ohne Schwierigkeit angenommen worden kann. Diese Ausnahme ist p vude 'die Schwiegertochter' . Olmo sich auf die Einzelheiten des Problems einzulassen, erklärte dagegen Jacobi Compos. und Nohens. 121 den Zustand der klassischen Sprachen für ursprünglicher als den aller Schwestersprachen. Er sagt: "Ursprünglich werden unter den o-Stämmen ebensowohl Namen weiblicher Weson gewesen sein, wie solcho männlicher und sächlicher. Eine Spur dieses für dio Urzeit vorausgesetzten Zustandes scheint das Griechische und Latein, namentlich ersteres, in dem Bestehen epicöner o-Stämme 1) Daß solche Feminina auch dem Oskisch-Umbrisclien nicht fremd waren, zeigt osk. e id ü is M a m e rttia is 'idibus Martiis'. Vgl. v. Planta Osk.umbr, Gramm. 2, 407. 2) Kretschmer Einleit, in die Gesch. d. griech. Spr. 158 f. stimmt wenigstens insoweit bei, als er leugnet, daß feminine o-Stämme, wie sie in den klassischen Sprachen vorliegen, von den anderen idg. Sprachen in vorhistorischer Zeit eingebiißt worden seien.
doi:10.1515/if-1907-0120 fatcat:jnjn6rltfrhwjjiitghtg3qh7q