Monetary Policy and the Asset Risk-Taking Channel

Angela Abbate, Dominik Thaler
2018 Social Science Research Network  
Reproduction permitted only if source is stated. ISBN 978-3-95729-223-0 (Printversion) Nichttechnische Zusammenfassung Fragestellung Die letzte Finanzkrise hat deutlich gemacht, wie wichtig das Verständnis der unterschiedlichen Risikoarten ist, denen der Finanzsektor und letztlich auch die Realwirtschaft ausgesetzt sind. Im Hinblick darauf ist es möglich, dass insbesondere die Geldpolitik das Risiko im Finanzsektor über den sogenannten Risikoneigungskanal beeinflusst. Durch diesen Mechanismus
more » ... iesen Mechanismus werden die Finanzinstitute bei einem niedrigen risikofreien Zins verleitet, sich in risikoreicheren Anlagen zu engagieren. Wir erforschen die Funktionsweise und Bedeutung dieses Kanals mithilfe eines quantitativen makroökonomischen Modells und nehmen eine Einschätzung vor, ob die Geldpolitik bei der Bestimmung des Leitzinses den von ihr ausgehenden Einfluss auf das Anlagerisikoverhalten der Banken berücksichtigen sollte. Forschungsbeitrag Auf der Grundlage empirischer VAR-Evidenz für den US-Bankensektor entwickeln wir ein quantitatives monetäres DSGE-Modell, bei dem das Anlagerisiko der Banken durch die Geldpolitik beeinflusst wird -ein Aspekt des Finanzsektorrisikos, der im Vorfeld der Finanzkrise des Jahres 2008 eine wichtige Rolle gespielt haben könnte. Außerdem schätzen wir das Modell anhand von US-Daten und loten systematisch aus, wie sich dieser neue Kanal auf den Zielkonflikt auswirkt, mit dem es die Geldpolitik zu tun hat. Ergebnisse In dem Modell führt ein Agency-Problem zwischen Einlegern und Eigenkapitalgebern, das von einer begrenzten Haftung und der Unbeobachtbarkeit des Risikoverhaltens rührt, zu Anreizverzerrungen bei den Banken, sodass diese zu übermäßig riskanten Anlageentscheidungen neigen. Eine expansivere Geldpolitik bedingt einen niedrigeren Realzins, der diese Verzerrungen vergrößert und somit exzessives Risikoverhalten verstärkt. Dies verringert wiederum die erwartete Anlagerendite und dämpft die positiven Effekte der Zinssenkung auf die Produktion. Um zu sehen, ob die Geldpolitik auf diesen Kanal reagieren sollte, schätzen wir das Modell zunächst mit bayesianischen Methoden auf der Basis von US-Daten. Dabei gelangen wir zu dem Ergebnis, dass die Einbeziehung dieses zusätzlichen Kanals die Anpassungsgüte des Modells verbessert und Impuls-Antwort-Folgen generiert, die weitgehend im Einklang mit den Resultaten unserer VAR-Analyse stehen. Des Weiteren deckt sich der vom Modell prognostizierte Risikoneigungspfad, mit den Umfrageergebnissen von US Banken. Wir zeigen auch, dass die Geldpolitik auf den Risikoneigungskanal der Banken durch ein Stabilisieren des Realzinses reagieren sollte. Dadurch kann sie die wohlfahrtsschädliche Volatilität mindern, die mit der Risikoentscheidung der Banken einhergeht. Abstract Motivated by VAR evidence, we develop a monetary DSGE model where an agency problem between bank financiers, stemming from limited liability and unobservable risk taking, distorts banks' incentives leading them to choose excessively risky investments. A monetary policy expansion magnifies these distortions, increasing excessive risk taking and lowering the expected return on investment. We estimate the model on US data using Bayesian techniques and assess how this novel channel affects optimal monetary policy. Our results suggest that the monetary authority should stabilize the real interest rate, trading off more inflation volatility in exchange for less volatility in risk taking and output. J.E.L. Classification: E12 E44 E58
doi:10.2139/ssrn.3120271 fatcat:kl73fi74k5ek7gyyujbjyvndyi