III. Zum redner Lykorgos

Carl Curtius
1866 Philologus (Berlin)  
III. Zum rcdner Lykurgos. Erster nrtikel. Zwei bruchstikcke vom dccret des Stratoklcs. Pas erste fragment wurde in Atlien 1860 bei der Panagia Pyrgiotissa im N. W. des städtischen Keraineikos unter den Überbleibseln einer alten mauer gefunden und ist von Pittakis in der Ephemeris Arcbaeul. nr. 3701, genauer darauf uud mit einem facsimile des steins von Kuinanudis in den 'Emygucpui 'EMijnxuC φυλλ. Λ, 1860 nr. 1 veröffentlicht. Das zweite fragment, welches 1862 nach der augabe des Verkäufers im
more » ... des Verkäufers im S. 0. des dionysischen theaters zum Vorschein kam, gab Kumanudis in der Archaeol. Ephem. neue folge, Nov. 1862, nr. 241 heraus, ebenfalls mit einer sorgfältigen nachbildung des steins (vgl. Philol. XXI, p. 704). Von beiden steinen habe ich durch die giite des Dr. Ulrich Köhler in Athen einen papierabklatsch (von dem zweiten sogar einen doppelten) erhalten, und hiernach eine möglichst genaue, der grosse der steine entsprechende, nachfcildung der Inschriften gegeben (s. taf. I), die namentlich auf fr. I in einigen punkten vom text des Kuinanudis abweicht. Auf dem links und unten abgebrochenen und auch auf der ober-'fläche stark beschädigten stein sind im ganzen 11 ατοιχηόόν geschriebene zeilen erhalten, von denen die erste 21 buchstaben über die ganze breite desselben enthält. In z. 2-4 sind nur am anfang und schluss einige buchstaben zu erkennen, in der mitte aber die züge verwischt (besonders in z. 4); auf z. 5-11 hat der bruch des steins auch die Oberfläche mit ergriffen, und nur ein his drei buchstaben an der rechten seite übrig gelasseü. Oben ist nichts verloren gegangen, wie der gradlinige abschluss 6* Brought to you by | Brown University Rockefeller Authenticated | 128.148.252.35 Download Date | 6/11/14 6:18 PM 84 Zum redner Lykurgos. des steins zeigt; rechts scheint die ecke ein wenig verletzt, und dadurch der Jehte buchstnbe in z, 2-10 verschwun_ den zu. sein; in z. 1 dngegen ist onch ~TP.A. an Jetzter stelle noch ein T und gernde uDter diesem in z. 11 der anfangsstricll zu einem buchstahen nuf dem abklutscb zu erkeunen, was Kuma· nudis iibersah, uud nnch ~TP.A. und den uuter dem A stehendeD buchstuben im folgenden die zeilen schloss. Der zweite ebeD' falls (flO£X1J&OV bcschriebene und ctwn eben so breite (0,25 meter) stein ist oben, unteu und an dcr linken seite in schragen linien abgebrochen, rechts dagegen mit ausnahme der Jetzteu vier zeilen uoversehrt, und in geradcr liDie schliessend. Er bietet iu z. 4-, 20, 16-21 (Ietzteres our z. 9 uud to) gut erhaltene buchstnben. In z. 1-2 sind dnrch den obcreu bruch sammt/iche buchstuben his auf wenige am rechten cnde, in z. 3 iu der mitte drei buch· staben vernichtetj der untere bruch hat die drei letzten in z. 21, zehn in z. 22, zwolf in z. 23, vierzehn in z. 24 zerstort. In bezug auf die orthograpllie. zeigen beide frag-mente das seit dem archon Eukleides (01. 94, 2) eiogefiibrte ionische al· phabet obne bedeutende abweichungen: 0 Y und EI sind iiberall vollstaudig geschrieben, die buchstaben aber sind naehlassig in. den stein eingegrabeo, und die einzelnen weder iu grosse noch in gestalt iibereinstimmeud, ~ bald mit parallelen (fr. 1, z. 2, fro II z. 4. 18) bald mit mehr oder weniger divergirenden (fr. I-: Z. 1 fro II, Z. 10. 14) endstrichen, Dn denen bisweilen . aueh schon eio hack chen oach der mitte zu erkennbar ist (fr. II, z. 20). o und e sind bald eben so gross, bald etwas kleiner als die iibrigen buehstaben; bei Ietzterem fehlt jedoeh, wohl nur Dua nachlassigkeit, der punkt in der mitte (fr. II, z. 13. 21). Auf· fallend ist, dass sieh (air t/J DeLeD der' gewohnliehen form (fr. U z. 9) das seltene und in alteren inschriftennicht vorkornrnende zeicheo t lindet (fr. I, Z. 8. fro II, J;. 2. 13), was in alten so· wohl attischen als aucb anderen urkundeo fiir X steht: vgl. Franz Elem. Epi"gr. Gr. p. 18. 62. 97. Dasselbe zeieheo haben wir aucb in dem deeret fUr Nikaodros aus 01. 119, 3 (Raogab~, Aotiq. Hell. nr. 441; E. Curtius, de portub. Ath. p. 47), und abwechselnd mit (/J, Ephem. Arch. Dr. 3450. In spiitere zeit werden jedenfalls uueh die merk wiirdigen zeiehen -+ (Ephem. 3647) auf einer attischen uod 4. auf einer urkunde aus Phi: galia (Eph. 34113) gehiiren.
doi:10.1524/phil.1866.24.14.83 fatcat:fyqmdyhje5a6fe7xu3b3ek6hja