IV. Urkundenkuriosa des Κ. Allgemeinen Reichsarchivs, insonderheit der Gerichtsbrief über die Leibeigenschaft der Staufner v. J. 1467

Otto Rieder
1906 Archivalische Zeitschrift  
Je grösser eine Sammlung ist, desto mehr wird sie auch Stücke bergen, die an Sonderbarkeiten, selbst Monstrositäten grenzen. Das gilt vorzugsweise von der riesigen Urkundensammlung des K. Allgemeinen Reichsarchivs, die man gut auf eine halbe Million Stücke veranschlagen darf. Es liegt uns ferne, hier sämtliche von der Regel bedeutend abweichende Exemplare namhaft machen zu wollen, was, solange die betreffenden Kuriosa nicht eigens zusammengesucht sind, überhaupt ein kaum mögliches Beginnen
more » ... iches Beginnen wäre; vielmehr dürfte es vollständig genügen, mehrere besonders interessante herauszugreifen und näher zu beschreiben. Schon der Umstand, dass bisweilen zahlreiche Siegel anzuhängen waren, bedingte da und dort, dass wegen Ueberladung mit solchen der für die Besiegelung bestimmte Platz, der untere eingebogene Rand der Urkunde, nicht ausreichte und deshalb die andern Seiten mitbenutzt werden mussten. Man hat dann die Form eines sogenannten Igels vor sich, weil die Dokumente, wie jenes bekannte Tier von Stacheln, überall von Siegeln starren. Dabei scheint eine Seite, die obere, ständig frei geblieben zu sein, wie ja auch beim Tiere Kopf und Unterseite frei sind. Es sprachen wohl auch ästhetische Gründe dagegen, Brought to you by | Nanyang Technological University Authenticated Download Date | 6/9/15 7:53 PM
doi:10.7788/az-1906-jg05 fatcat:sxgpv4a7ojg7hea7bhnq6674fq