Anhäufung von polynucleären leukocyten um die ganglienzellen bei epidemischer cerebrospinalmeningitis

Otto Sittig
1912 Zeitschrift für die gesamte Neurologie und Psychiatrie  
Unsere Kenntnisse ~on den Lymphwegen im Gehirn sind noch sehr liickenhaft, und da wir diese Frage wegen der komplizierten Verh~ltnisse experimentell nur mit den gr6[3ten Schwierigkeiten angehen k6nnen, mfissen wir die Experimente, welche die Natur selbst anstellt, desto genauer beobachten. Um die Beschreibung eines solchen handelt es sich in unserem Falle. Es ist eine viel umstrittene Frage, ob um die Ganglienzellen ein pr~iformierter Lymphraum besteht. Die einen bejahen es und begriinden es
more » ... nd begriinden es damit, da~ man im Pr~parate einen freien Spalt zwischen Ganglienzelle und Grundsubstanz sieht. Die anderen, unter ihnen besonders Nissl, erkl~ren diesen Spalt fiir ein Kunstprodukt der Fi.xierung. Nissll), der dieser Frage besondere Aufmerksamkeit und eingehendes Studium widmete, wies auch darauf hin, da6 im Gehirn eine strenge Scheidung zwischen ektodermalem und mesodermalem Gewebe bestehe und da6 die adventitielle Lymphscheide eine biologische Grenze zwischen Ektoderm und Mesoderm bilde. Doch modifizierte er 2) sparer diese Auffassung dahin, da6 unter pathologischen Bedingungen mesodermale Zellen --er fiihrt unter anderen auch die Leukocyten an --ins ektodermale Gewebe eindringen kSnnen. Wir wollen die Frage nicht vom morphologischen Standpunkt behandeln, sondern wir wollen histopathologische Befunde anfiihren, die ftir das Bestehen eines pericellul~ren Lymphraumes sprechen und im allgemeinen vielleicht zu wenig gewilrdigt worden sind.
doi:10.1007/bf02866020 fatcat:w3pgbnbibzdzbelyycwcspwb34