Lernen und Kompetenzentwicklung im dynamischen Umfeld klinischer Arbeit : Zusammenspiel und Bedeutung von Lern- und Arbeitsprozessen sowie technologischen Artefakten in medizinisch-klinischen Kontexten

Christoph Pimmer
2013
Untersuchungsgegenstand der explorativen qualitativen Studien war Lernen und Kompetenzentwicklung von medizinischen und klinischen Akteuren, d.h. von Medizinstudierenden, Assistenzärzten als auch Ober-und Fachärzten. Auf Basis umfangreicher Forschungsarbeiten, die mit semistrukturierten Einzelinterviews, Fokusgruppen, Dokumentanalysen, teilnehmender Beobachtung und "shadowing" ein sehr breites Spektrum qualitativer Erhebungsmethoden in vier Schweizer und zwei nepalesischen Spitälern umfassten,
more » ... urde dieser Themenbereich in vielschichtigen inhaltlichen und theoretischen Dimensionen weiterentwickelt. In den Arbeiten werden die dynamischen Wechselwirkungen von Kontextfaktoren und Lehr-/Lernprozessen am Beispiel interdisziplinärer Zusammenarbeit in Konsilien aufgezeigt sowie die Bedeutung von Technologien als Lernwerkzeuge für die genannten Zielgruppen in unterschiedlichen organisatorischen und kulturellen Kontexten analysiert. Zudem wird gezeigt, dass für ein zukünftig besseres Verständnis von klinischer Kompetenzentwicklung die Analyse des Zusammenspiels vielfältiger, miteinander eng verwobener, multimodaler Repräsentationen (wie z.B. Sprache, visueller und haptischer, körperlicher und IT-artefaktbasierter Strukturen) notwendig ist. Die einzelnen Arbeiten sind aus sozio-kognitiven, sozio-kulturellen und situierten Perspektiven theoretisch fundiert und haben zur Weiterentwicklung bestehender resp. zur Generierung neuer theoretischer Bezugsrahmen geführt. This thesis uses a qualitative, explorative approach to investigate learning and competence development of medical and clinical actors, i.e., of medical students, residents and attending doctors. Extensive research in four Swiss and two Nepalese hospitals based on a broad spectrum of qualitative methods, i.e., semi-structured interviews, focus groups, document analysis, participant observation, and shadowing, contributed to an advanced understanding of the research field regarding manifold thematic and theoretical dimensions. The studies have yielded the dynamic relations of contextual influences and learning and teaching processes, using the example of doctor-to-doctor consultations. Also, the meaning of day-to-day technology use for learning has been demonstrated in different organisational and cultural settings. The findings suggest that, in order to understand learning and working in clinical contexts more comprehensively, more analytical attention should be paid to the interplay of interwoven, multimodal representations (e.g., speech, visual, haptic, and IT-artefact-based structures). The work is drawing on socio-cognitive, socio-cultural and situated learning perspectives and has resulted in the generation of new theoretical frameworks.
doi:10.5167/uzh-164287 fatcat:eecakddl6jhyvjfzbpghcrfg4m