Die Infektionskrankheiten der Universitäts-Kinderklinik und die Grundzüge ihrer Behandlung

1904 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Die Fü1le und Mannigfaltigkeit des zu Unterrichtszwecken zu Gebote stehenden Materials an Infektionskrankheiten der hiesigen Universitäts-Kinderklinik überragt gewaltig dasjenige aller anderen deutschen Universitäts-Kinderkliniken. Von 252 Betten für kranke Kinder entfallen allein 121 auf die Infektionskrankheiten und dazu kommt, daß mit dem Ausbau des großen Kinderkrankenhauses die einzelnen derselben in besenders isolierten Häusern untergebracht sind, so im Scharlachhaus 22, im Masern-und
more » ... , im Masern-und Keuchhustenhaus je 16, im Diphtheriehaus 42, im Hause für Mischinfektion 16 Betten, und außerdem sind auf allen diesen Häusern noch Reservebetten flit' Extrakranke bereit, ebenso auf der Beobachtungsstation noch neun Betten und endlich im Haupthause selbst Isolierzimmer für Varizellen und Typhus. Nachfolgende Tabelle gibt eine Uebersicht der an Infektionskrankheiten in der stabilen Klinik aufgenommenen Kinder im Vergleich zu allen überhaupt aufgenommenen Kindern innerhalb der letzten zehn Jahre, wobei gleichzeitig die Mortalität derselben Beriicksichtigung findet. (Siehe Tabelle Seite 628.) Das Endresultat zeigt, daß von 15 695 Kindern mit einer Sterblichkeit von 24,4 O/ allein 6362 infektiös Erkrankte und zwar 3534 an Diphtherie, 857 an Scharlach, 718 an Masern, 407 an Keuchhusten, 189 mit Mischinfektionskrankheiten, 657 auf der Beobachtungsstation Aufnahme fanden. Zumeist waren es schwere, mehrfach moribund eingelieferte, oft in einem schon vorgeschrittenen Stadium der Erkrankung befindliche und ganz hoffnungslose Fälle, die dem Krankenhause überwiesen wurden, sodaß die Gesamtmortalitätsziffer von 2f 0/ leicht begreiflich wird. Daß bei einem solchen Material der Zuzug der Studierenden ein sehr großer und stetig zunehmender ist, daß er namentlich nach dem neuen Studienpian mit obligatorischem praktischem Semester in der Kinderklinik noch weiter zunehmen wird, ist leicht Kokken: Sep ti k a e mi e (foetor ex ore) grünlich schmierige Masse, Jauche aus Mund und Nase fließend, Umgebung anätzend, Drüsenvereiterung und Ulzerationen, Blutungen aus Nase, Petechien auf der Haut, Anorexie, Leber-und Milztumor, Nephritis, gezacktes, dem Choleraexarithem ähnliches Erythem, Herzerweiterung links und rechts, Puls klein, unfilhibar, pendelförmige Embryokardie, Herzschwäche, Galopprhythmus, Gesicht verfallen, bleich, Aufregung, Unruhe, Herzangst, Syncope. (Schluß folgt.) 21. April. DEUTsC}TE METMZINTSCff WÖOE?4SCH1Wl. Dieses Dokument wurde zum persönlichen Gebrauch heruntergeladen. Vervielfältigung nur mit Zustimmung des Verlages.
doi:10.1055/s-0029-1187483 fatcat:ejuppm5ydfdllpstm2kmvifloy