Wirtschaftlich-gewerblicher Teil

1905 Angewandte Chemie  
B i e 1 e f e 1 d. Fur den zulassigen V e r 1 u s t b e i d e r A b k o c h u n g d e r R o h s e i d e ist in Deutsehland keine obere Grenze festgesetzt. Infolge hiervon besteht eine groBe Rechtsunsicherheit insofern, als der Kaufer von Rohseide keine d nhaltspunkte dafur hat, bis zu welchem Prozentsatz die Rohseide mit Substanzen, die sich bei der Abkochung von der Seide losen, belastet sein darf, ohne iibervorteilt zu w-erden. Die Handelskaninier Bielefeld hat deshalb beim Handelsminister
more » ... ntragt, daW fur Deutschland cine obere Verlustgrenze fur die gangbarsten Seidensorten von Jahr zu Jahr amtlieh aufgestellt werde. Derartige Normen werden bereits in Frankreich durch die "Union des Marchands de Soie de Lyon" und in der Schweiz durch die "Seidentrocknungsanstalt Zurich" angefertigt. Wie aus beteiligten Kreisen der Handelskammer mitgeteilt worden ist, haben beide Feststellungen einen giinst'igen EinfluB auf den Seidenhandel in Frankreich und in der Schweiz ausgeubt. Um die Bedeutungen dieser Aufstellungen zu erhohen, ist von der Handelskammer Bielefeld auch noch angeregt, diese Festsetzungen miiglichst auf internationaler Grundlage aufzubauen. G. K. Die Verwaltung der S t e t t i n -G r i s t o 71 e r P o r t 1 a n d -Z e m e n t f a b r i k t'eilt der Hauptversammlung mit, daR auf eine Rentabilitat des Unt'ernehmens nur zu rechenen sei, wenn neue Bet'riebsmittel zugefuhrt werden. .Die Lieferanten verlangen die Zahlung falliger 220 000 M. Der Bankkredit von 340 000 M ist am 1./12. fallig. Diese bedenkliche Situation ist entstanden infolge der Krisis in der Zementindustrie. Es wurde beschlossen, den Inhabern der im Umlauf befindlichen Vorzugsaktien eine Vorzugsaktie anzubieten, so daW auf zwei alte eine neue entfallt. Die Inhaber der noch vorhandenen 414 000 M Stammaktien und Vorzugsaktien zweiter Ordunng konnen unter Zuzahlung von SOY/, auf die .Stammaktien und 50% auf die Vorzugsaktien neue Vorzugsaktien zum Stammwerte beziehen. Nach den Ermittlungen des Vereins Deutscher Eisen-und Stahlindustrieller betrug die R o h e i s e n e r z e u g u n g im Monat August in Deutschland und Luxemburg insgesamt 968 323 t gegen 942 905 t im Juli 1905 und 851 651 t in1 August 1904. Die Erzeugung in den einzelnen Bezirken des Deutschen Reiches und in Luxemburg hat gegen August 1904 iiberall zugenommen. B e r 1 i n. Der Aufsichtsrat der D e u t s c h e n GI a s g 1 ii h 1 i c h t A -G . in Berlin beantragt fur 1904/05 eine Dividende von 2Oq/A gegen 12% i. V. Der Rohgewinn betragt 857 102 $1 (409 083 Af.). Die Abschreibungen betragen 141 536 nil (69 700 M). Die Entwicklung des Geschaftes im neuen Geschaftsjahre wurde als befriedigend bezeichnet. Die staatlichen S t e i nk o h 1 e n g r u b e n d e s X a a r b e z i r k s habeu im August 1905 939 328 t gefiirdert und ein-schlieBlich des Selbstverbrauchs 942 855 t abgesetzt. Die o b c r s e h 1 e s i s c h e R o h e i s e n e r z e a g 1 1 n g August S t e t t i n. D i i s s e 1 d o r f. S a a r b r i i c k e n. K a t t o w i t z. betrug im 72 300 t gegen 71 652 t im Juli und 70 702 t, im August 1904. Seit dem 1. Januar wurden hrrgestellt 658 322 t gegen 542 496 t i. V. H a m b u r g . Schon im Marz d. J. hat in Hamburg eine Versammlung von Interessenten stattgefunden, mit dem Zweck, die insbesondere zu Wietze-Steinforde arbeit'enden kleinen P e t r o -1 r u m b o h r g e s e 11 s c h a f t e n in einer groBen
doi:10.1002/ange.19050184007 fatcat:p4jvvlyusnfhlnwt426mza5clm