Von der Fotokopie zum Datensatz

Julian Helmchen
2022
Straßennetz 7 und Parzellierung 8 haben sich teilweise kaum verändert. Die seit dem frühen 18. Jhd. angefertigten Stadtpläne sowie im materiellen Befund nachgewiesene Strukturen sind ein einem georeferenzierten Stadtplan erfasst. 9 Auf Seiten der Schriftquellen kann auf eine dichte Überlieferung zurückgegriffen werden. Über 20.000 Urkunden aus der Zeit vor 1529 sind bekannt, ein Großteil ist auf monasterium.net verfügbar oder in den Quellen zur Geschichte der Stadt Wien gedruckt. 2020 wurde das
more » ... Feuerstättenverzeichnis des Jahres 1448 in einer Monographie publiziert. 10 Den reichsten Quellenbestand stellen die sogenannten Grundbücher dar, die seit Mitte des 14. Jhs. geführt wurden und beinahe lückenlos überliefert sind. 11 Trotz dieser günstigen Ausgangslage muss als Standardwerk zur Wiener Sozialtopographie auch heute noch das Mammutprojekt Paul Harrer-Lucienfelds ( †1958) gelten. Seine 17 Bände umfassende Überblicksdarstellung aller innerstädtischer Gebäude ist in einer wenig ansprechenden Schreibmaschinenschrift gedruckt und weist ausgerechnet für die Zeit des Spätmittelalters entscheidende Lücken auf. 12 Einzelstudien zu spätmittelalterlichen Kreditgeschäften 13 oder zur Prosopographie 14 sind vorhanden, weiterführenden Forschungen stand und steht aber ein grundsätzliches Problem im Weg: Bis vor kürzester Zeit waren der Wissenschaft lediglich die ältesten Grundbücher der Jahre von 1368 bis 1419 in Form von Regesten zugänglich. 15 Als Grund für die nicht erfolgte editorische Bearbeitung der jüngeren Handschriften ist deren schiere Masse anzunehmen. Zusammen bringen es die Grundbücher der Jahre von 1420 bis 1523 auf über 3000 beschriebene Folios. Knapp 500 dieser Folios sind
doi:10.25716/amad-85357 fatcat:i7ru3vunmvd7pbx5smoimmovtu