Zohâk. Ein Beitrag zur persischen Mythologie und Ikonographie

Franz Taeschner
1915 Der Islam  
Die Berichte über Zohäk (altpersisch Azi Da/iäkä) in den orientalischen Literaturen lassen sich, soweit sie das Aussehen dieses bösen Usurpators in der persischen Patriarchenreihe beschreiben, in zwei Gruppen scheiden. Die erste Gruppe bilden die Werke der zoroastrischen Gemeinde: nach dem Avesta ist Zohäk eine / Druj 1 ) »mit drei Köpfen, drei Rachen, sechs Augen und tausend Kräften«, und die erste Hälfte seines Namens bedeutet direkt »Schlange« 2 ). Im Bündahischn, der nicht älter als Firdosi
more » ... t älter als Firdosi zu sein scheinta), aus dem man sonst nichts über das Aussehen Zohäks erfahrt, werden einmal*) Angra Mainyu und die »Schlange« als die letzten überlebenden Drujs am jüngsten Tage bezeichnet5); für »die Schlange« ist an dieser Stelle zweimal das Wort '\ und einmal U & -' gebraucht Der. Denkart war mir leider nicht zugänglich. Es scheint jedenfalls in der zoroastrischen Literatur die Vorstellung von Zohäk als von einem drachenartigen Unhold vorzuliegen. x ) Eine Klasse meist weiblich gedachter Unholde ; über sie und über Azi Dahaka in der zoroastrischen Literatur s. A. V. WILLIAMS JACKSON, Die iranische Religion-. Grundriß der iranischen Philologie, herausgeg. von WILH. GEIGER und ERNST KÜHN, Straßburg 1895 -1904, II. Band, S. 663 f. Die Avestastellen habe ich aufgesucht in Avesta, Die heiligen Schriften der Färsen, übersetzt von. FRIEDRICH SPIEGEL, Leipzig 1852-1863. *) Bekanntlich ist der altpersische Name in der Form LÄ>J! oder Ij^Jjt mit der Bedeutung »Dvichenc (Burhän-i-qäti viT^J jU) in das Neupersische übergegangen. 3) Der Bundehesh, zum ersten Male herausgegeben, transkribiert, übersetzt und mit Glossar versehen von FERDINAND JUSTI, Leipzig 1868, S. XI und S. '2 13 f. s. v. 4) JÜSTI S. 76, Z. io ff., Übers. S. 43. 5) Vgl. damit die auch im Bündahischn (JusTi, S. 69, Z. 17 ff., Übers. S. 40) vorhandene Vorstellung, daÖ F er! dun den Zohäk nicht tötet, sondern am Demavend ankettet, wo er bis zum jüngsten Tage schmachten muß. · Brought to you by |
doi:10.1515/islm.1915.6.3.289 fatcat:j5e2awpxwrckbibkdoxivx7kse