Der molekulargenetische Einfluss und die neuronale Aktivierung bei phobischen Reizen bei Patienten mit Panikstörung und Agoraphobie und Gesunden [thesis]

Johanna Gechter, Universitätsbibliothek Der FU Berlin
2020
Kognitive Verhaltenstherapie und Pharmakotherapie mit Antidepressiva zählen zu den Leitlinienverfahren der Behandlung der Panikstörung mit Agoraphobie. Ihre Wirksamkeit wurde vielfach bestätigt, doch langfristig zeigen sich höhere Rückfallwahrscheinlichkeiten. Die Identifikation spezifischer, neurobiologischer Biomarker ist notwendig, um eine Optimierung der bisherigen Therapieverfahren im Sinne einer personalisierten Medizin zu ermöglichen. In der vorliegenden Arbeit soll mit der Methode der
more » ... t der Methode der funktionellen Magnetresonanztomographie tiefergehende Erkenntnis über die Funktion des neuronalen Furchtnetzwerkes und der Beeinflussung dieser Strukturen durch molekulargenetische Risikofaktoren sowie kognitive Verhaltenstherapie und Pharmakotherapie gewonnen werden. Dazu wird zunächst bei Patient*innen mit Panikstörung mit Agoraphobie im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe der Einfluss des Neuropeptid S-Rezeptorgen Polymorphismus (rs324981) auf Areale des Furchtnetzwerks in einem störungsspezifischen Paradigma untersucht. Darüber hinaus wird die spezifische Wirkung von zwei Varianten kognitiver Verhaltenstherapie und Pharmakotherapie auf die Amygdala, der sogenannten Schnittstelle des Furchtnetzwerks, analysiert. Zudem wird der Effekt von D-Cycloserin, einem potenziellen Verstärker des Extinktionslernens, in einem dreitägigen Furchtkonditionierungsparadigma bei Gesunden untersucht. In der Imaging Genetics Studie zeigt sich bei Risikoallelträgern über beide Gruppen hinweg eine höhere Amygdalaaktivierung auf agoraphobe Bilder. Die Ergebnisse unterstützen die These einer limbisch-kortikalen Dysfunktion als Endophänotyp der Panikstörung mit Agoraphobie. In der zweiten Studie erwiesen sich beide Behandlungsstrategien als wirksam, allerdings zeigten Patient*innen, welche kognitive Verhaltenstherapie erhielten, eine stärkere Reduktion der störungsspezifischen Psychopathologie, einhergehend mit einer signifikanten Amygdaladeaktivierung. Dieser Effekt war besonders deutlich in der Gruppe mit therapeutenbegleiteter Exposition [...]
doi:10.17169/refubium-28312 fatcat:qaqaorq3hnagdoygt3qawh4rn4