Die pathophysiologischen grundlagen der epilepsie

Felix Von Frisch
1921 Zeitschrift für die gesamte Neurologie und Psychiatrie  
Uberblickt man die Ergebnisse der Epilepsieforschung der letzten Dezennien, so steht man betroffen vor dem Triimmerfeld, in welches der urspriinglieh einheitliche, wenn aueh unklare Epilepsiebegriff zerschlagen worden ist. Mag aueh diese Forschung unser Verst~ndnis fiir die Meehanik und die Lokalisation des epileptischen Gesehehens in au~erordentlichem Mal~e vcrtieft haben, das Aufgebcn eines einheitlichen essentiellen Begriffes und seine Substitution durch eine Vielheit yon Gruppen und Arten
more » ... Gruppen und Arten ist ]hr sicherlich nicht als Verdienst anzuschreiben. Dies um so weniger, als keiner dieser Gruppierungsversuche uns prinzipielle Kriterien an die Hand zu geben vermochte, mittels deren wir die einzelnen Manifestationsbilder als tatsgchlich im Wesen differente Erscheinungsformen auseinanderhalten kSnnen. Auch Ha rtmann finder, daI3 die Verschiedenheiten in den klinischen Erscheinungsformen keine prinzipiellen seien und dal~ es sich um einen im wesentlichen identischen Vorgang handle, dernur durch Nebenumstgndc variiert sei. Es iiberschritte Ziel und l=tahmen dieser Abhandlung, die zahlreichen Kritiken und Diskussionen der unbefriedigenden Einteilungsversuche um eine weitere zu vermehren; es elscheint mir nur im Interesse der folgenden Betrachtungen der Hinweis erforderlich, daI~ die Unzulgnglichkeit der verschiedenen Systemkonstruktionen 1. durch den Mangel eines einheitlichen, der Gruppierung zugrunde liegenden Gesic hts p u n kte s und vor allem 2. durch den Mangel einer einheitlichen Vorstellung fiber die Pathogenese der epileptischen Manifestationen veranla~t ist. Da sie aber alle sich derselben Terminologie bedienen, so resultiert eine unlSsbare Verwirrung im Begriff und Namen, die zu zahllosen Mil~verstgndnissen und Inkonsequenzen fiihrt. Es mul~te --zum Beispiel --schliel~lich dazu kommen, daI~ einerseits, um ein Kran~heitsbild als sicher epileptisch zu qualifizicren, das Vor-
doi:10.1007/bf02887526 fatcat:24q5imvftfdqzoqtuql663rxy4