Entwicklung eines Phasenmodells zur Verlagerung von Entwicklungsprojekten nach China in Joint Ventures am Beispiel der Automobilindustrie

Marc Wehlack, Universität Kassel
2021
Diese Veröffentlichung -ausgenommen Zitate und anderweitig gekennzeichnete Teileist unter der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung -Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0: https://creativecommons.org/licenses/bysa/4.0/deed.de) lizenziert. https://orcid.org/0000-0002-4501-2326 (Marc Wehlack) Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte
more » ... ibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar Projektmanagement hat sich in der Produktentwicklung der Automobilindustrie weltweit als zentraler Managementansatz etabliert. In der Regel werden neue Autos dort entwickelt, wo die Zentralen der Unternehmen sitzen und/oder dort, wo der Schwerpunkt der Produktion sitzt. Durch die explosionsartige Entwicklung des chinesischen Marktes einerseits und durch regulative Vorgaben andererseits wird diese Konstellation jedoch in Frage gestellt. Eine -zumindest teilweise -Verlagerung der Entwicklung zum jeweiligen Markt und Produktionsstandort ist daher zu einer wichtigen Frage der deutschen Automobilindustrie geworden. Das von Wehlack behandelte Forschungsthema ergibt sich daher aus dieser Situation, in der neben deutschen auch andere Unternehmen weltweit sind, die deutschen Automobilhersteller und auch Zulieferer jedoch infolge des hohen chinesischen Anteils am Weltmarkt in ganz besonderem Maße. Es geht also darum, ob und wenn ja in welchem Umfang, Entwicklungsaktivitäten bei Produkten für den chinesischen Markt nach China verlagert werden. Das Ziel der Arbeit Wehlacks war es dabei, den gesamten Komplex der Verlagerung von Entwicklungsprojekten nach China zu erforschen, insbesondere die Gründe, die dafür-oder dagegensprechen und dazu Erfolgsfaktoren und Barrieren herauszuarbeiten. Davon abgeleitet wurden dann Handlungsempfehlungen entwickelt. Durch die Erweiterung der grundlegenden Fragen der Verlagerung um die Aspekte 'Barrieren' und 'Erfolgsfaktoren' für die Anwendung, die sich plausibel in sein Untersuchungsfeld einfügen, hat Wehlack diese Fragen nach Themen strukturiert, deren Beantwortung letztlich eine Entscheidung und erfolgreiche Umsetzung seitens der Unternehmen unterstützen und erleichtern kann. Ein wesentliches weiteres und letztlich zentrales Ziel seiner Arbeit mit hohem Benefit für die Praxis bestand darin, daraus abgeleitet dann als Handlungsempfehlung ein Phasenmodell zu entwickeln, das alle untersuchten Fragestellungen verarbeitet und dessen Umsetzung dann einem Unternehmen die schrittweise Realisierung eines Verlagerungsprojektes ermöglicht. Marc Wehlack ist damit ein ganzheitlicher Ansatz gelungen, der den betreffenden Unternehmen eine neue und wichtige Hilfestellung bei der Klärung dieser komplexen V Fragestellung ermöglicht. Mit dieser Arbeit stellt das Fachgebiet Projektmanagement der Universität Kassel im 31. Heft seiner Schriftenreihe Projektmanagement eine weitere zentrale Arbeit in den Forschungsfeldern "Prozessoptimierung in Projekten" vor. Kassel, im Mai 2021 Univ.-Prof. Dr.-Ing. Konrad Spang VI Danksagung Die vorliegende Arbeit verfasste ich als externer Doktorand im Fachgebiet Projektmanagement der Universität Kassel. Die Arbeit entstand während meiner Tätigkeit in der Fachabteilung "Entwicklung China Strategie" bei der BMW AG in München. Mein besonderer Dank gilt Herrn Prof. Dr.-Ing. Konrad Spang für die Betreuung der Dissertation. Die vielen konstruktiven Gespräche und sein Expertenwissen im Bereich Projektmanagement haben mir bei der Erstellung dieser Forschungsarbeit sehr geholfen. Ebenfalls möchte ich mich sehr herzlich bei Herrn Prof. Dr. Steffen Kinkel für die Übernahme des Zweitgutachtens bedanken. Während meiner Doktorandenzeit durfte ich an zahlreichen Doktorandenkolloquien im Fachgebiet Projektmanagement teilnehmen. Für das ehrliche Feedback und die Unterstützung danke ich den Doktoranden in diesem Fachgebiet sehr. Etliche Kollegen der BMW AG haben mich dabei unterstützt, diese Arbeit zu verfassen und zum Abschluss zu bringen. Mein besonderer Dank gilt Herrn Dr. Ralf Graßnick, der mir stets mit konstruktivem Feedback zur Seite stand und mir darüber hinaus die Freiräume gab, diese Arbeit zu verfassen. Zudem danke ich Herrn Dr. Gerrit Kiesgen für die Initiierung dieser Arbeit. Mein Dank geht zudem an Frau Dr. Katrin Raubitschek, Frau Dr. Constanze Pentzel und Herrn Wilhelm Kerschbaum. Bei meinen ehemaligen Doktorandenkollegen Herrn Tobias Diekmann, Herrn Dr. Roman Roor und Herrn Paul Proß möchte ich mich herzlich für die Unterstützung während dieser Zeit bedanken. Zudem gilt mein Dank allen Interviewpartnern, die an meiner empirischen Untersuchung teilgenommen haben. Bei meinen Eltern und meiner Schwester möchte ich mich für die permanente Unterstützung bedanken. Sie haben mir auch in schweren Zeiten Mut und Kraft gegeben, indem sie immer an mich geglaubt haben. Des Weiteren danke ich der Familie Ginsko, der Familie Nolte und der Familie Weinbeer für ihre Unterstützung während meiner Doktorandenzeit. Schließlich gilt mein größter Dank meiner Ehefrau. Ihre Zielstrebigkeit ist für mich nicht nur beeindruckend, sondern auch immer wieder motivierend. VII Zusammenfassung Die wachsende Relevanz des chinesischen Marktes stellt die Automobilhersteller vor die Frage, inwiefern und in welchem Umfang sie Entwicklungsprojekte nach China verlagern sollten. Ziel dieser Forschungsarbeit ist es, die Verlagerung von Entwicklungsprojekten nach China zu analysieren. Dies beinhaltet die Untersuchung der Motive und Barrieren, die aus der Unternehmenssicht bei einer Verlagerung zu berücksichtigen sind. Des Weiteren werden Kriterien zur Auswahl von Entwicklungsprojekten sowie Erfolgsfaktoren einer Entwicklungsverlagerung ermittelt. Abschließend wird ein Phasenmodell für die Verlagerung von Entwicklungsprojekten nach China erarbeitet. Für diese Arbeit wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt. Als Fallstudie dienten zwei Fahrzeugentwicklungsprojekte eines Automobilherstellers. Insgesamt wurden 21 Experteninterviews durchgeführt. Die Auswertung erfolgte anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse. Es zeigte sich, dass die Erfüllung regulatorischer Anforderungen in der Automobilindustrie ein wesentliches Motiv für die Verlagerung von Entwicklungsprojekten nach China darstellt. Unter anderem haben die Experten einen schwachen IP-Schutz sowie eine Ineffizienz durch die Erhöhung der Schnittstellen als Barrieren angesehen. Des Weiteren wurden mithilfe der Experteninterviews insgesamt 14 Erfolgsfaktoren sowie Handlungsempfehlungen für die Verlagerung von Entwicklungsprojekten ermittelt. Das in dieser Arbeit entwickelte Phasenmodell soll Unternehmen dabei unterstützen, eine Verlagerung von Entwicklungsprojekten schrittweise durchzuführen. Das Phasenmodell zeigt, dass für eine erfolgreiche Entwicklungsverlagerung übergeordnete Prozessgruppen, beispielsweise das Änderungsmanagement, berücksichtigt werden müssen. Des Weiteren unterscheidet das Phasenmodell zwischen einer Unternehmens-und einer Projektebene. Auf der Unternehmensebene wird eine Strategiephase durchlaufen. Die Projektebene besteht aus fünf verschiedenen Projektphasen. Die Prozesse dieser Phasen werden detailliert beschrieben. Die in dieser Arbeit gewonnenen Erkenntnisse sowie das entwickelte Phasenmodell können Unternehmen als Grundlage für die erfolgreiche Durchführung zukünftiger Verlagerungen von Entwicklungsprojekten nach China dienen. IX Abstract The growing relevance of the Chinese market leads automotive companies to the question of whether they should relocate development projects to China and to what extent. This research paper aims to analyze the relocation of development projects to China. In particular, the motives and barriers that must be considered from the company's viewpoint when relocating are investigated. Furthermore, the criteria for selecting the development projects and the success factors of a development relocation are determined. Finally, a phase model for the relocation of development projects to China is developed. This thesis chose a qualitative research approach. Two vehicle development projects by an automobile manufacturer were used as a case study. A total of 21 expert interviews were conducted. The evaluation was based on qualitative content analysis. The expert interviews reveal that the fulfillment of legal requirements in the automotive industry is an essential motive for relocating development projects to China. Among other things, the experts viewed weak IP protection and inefficiency due to the increased number of interfaces as barriers. Furthermore, with the help of the expert interviews, 14 success factors and recommendations for actions for the relocation of development projects were determined. The phase model developed in this thesis is intended to support companies in relocating their development projects gradually. The phase model shows that higher-level process groups, such as change management, must be taken into account for a successful development relocation. Furthermore, the phase model differentiates between a company and a project level. The company level has a strategy phase, whereas the project level consists of five project phases. The processes of these phases are described in detail. This thesis contributes to the existing literature in that the knowledge gained and the developed phase model can serve as a guideline for companies in the successful implementation of future relocation of development projects to China. XI Inhaltsverzeichnis Abbildungsverzeichnis XVII Tabellenverzeichnis XIX Abkürzungsverzeichnis XXI
doi:10.17170/kobra-202105183908 fatcat:dkpakt6q6bf5zbbypthha7lnuq