Informatik und PISA - vom Wehe zum Wohl der Schulinformatik

Steffen Friedrich
2003 GI-Fachtagung Informatik und Schule  
Die Diskussionen um die Notwendigkeit des Schulfaches Informatik reichen in die Zeit seiner ersten Einführung zurück, die in ihrer Diktion durchaus mit den Debatten um die Etablierung der einzelnen Naturwissenschaften in der Schule vergleichbar sind. Auch die jüngsten Untersuchungen der PISA-Studie zur Lesekompetenz oder auch zu den Kompetenzen in der Mathematik und den Naturwissenschaften stellen häufig nur Konsequenzen für diese Fächer dar. Ausgehend von einem Blick auf historische
more » ... e der Entwicklung der Schulinformatik in Deutschland will der Beitrag Überlegungen zu informatischen Kompetenzen aufzeigen. Auf der Basis des Gesamtkonzepts informatischer Bildung und der PISA-Kompetenzstufen wird ein Stufenmodell vorgestellt. 1 Zur Stellung der Schulinformatik Es ist eigentlich nicht verwunderlich, dass mit der Einführung des Informatikunterrichts in den 70er Jahren in der gymnasialen Oberstufe eine Diskussion sowohl um dessen Inhalte als auch um seine strukturelle Einordnung einhergeht. So stehen Schulfächer seit jeher im Focus verschiedener Debatten, die häufig nur im jeweiligen historischen und gesellschaftlichen Kontext verständlich sind. Ob die Anfänge des Physikunterrichts und dem damit verbundenen philosophischen Bezug bzw. die Veränderungen durch das Aufkommen der experimentellen Methode als Wandlung für den Unterricht, ob das Verschwinden der Chemie aus Realgymnasien oder auch die Betonung von Reisemöglichkeiten als Begründung für die Notwendigkeit geographischer Bildung in einem Fach [GHR99], es war häufig das Verständnis Außenstehender und deren Erwartungen an ein Fach, das dessen Wohl und Wehe entschied. Mitunter wird zu wenig beachtet, dass auch das Schulfach Informatik inzwischen verschiedene Entwicklungsetappen erlebt hat. So wurde in der Zeit der größeren Entfernung des Anwenders vom Rechner der Wunsch nach dem Verständnis von Abläufen -also die Rechnerorientierung -geprägt, während später die unmittelbare Nutzung am Arbeitsplatz und die Entwicklung von grafischen Oberflächen den Ausgangspunkt einer Benutzerorientierung bildeten. Das Bild eines engen Computerbezugs hat sich durch moderne Applikationen deutlich gewandelt, weil Informatiksysteme durch grafische Benutzungsoberflächen eine
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