Gradmann, Christoph; Schl ich. Thomas (Hrsg.): Strategien der Kausalität. Konzepte der Krankheit« Verursachung im 19. und 20, Jahrhundert. Pfaffenweiler. Centaurus, 1999.275 S. 111. (Neuere Medizin- und Wissenschaftsgeschichte; Quellen und Studien, 5). DM 49.80. ISBN 3-8255-0173-6

Ralf Bröer
2000 Gesnerus  
des Konzeptes, dass Krankheiten durch die Beherrschung einer notwendigen Krankheitsursache kontrolliert werden können. Beispielhaft diskutiert er die Neukonstruktion der Krankheitseinheiten «Kretinismus» und «Tuberkulose» unter dem Einfluss des neuen Konzeptes im ausgehenden 19. Jahrhundert. Mit der neuen Krankheitsauffassung gehe ein neuer Medizintyp einher, der durch die Orientierung an experimenteller Laborforschung gekennzeichnet sei. Diese Orientierung macht Vo//rer Roe/cA:e auch für die
more » ... cA:e auch für die Neuformulierung der psychiatrischen Krankheitslehre durch Emil Kraepelin verantwortlich. Kraepelin habe die «strategische» Entscheidung zur Abgrenzung von Dementia praecox und manisch-depressivem Irresein bereits vor der empirischen Forschungsarbeit getroffen. Seine Orientierung an naturwissenschaftlichen Kategorien wie der notwendigen Verursachung und der Quantifizierung von Elementarprozessen führte zu einer sehr selektiven klinischen Forschungsstrategie. /. Azzc/raw Me«de/so/zn analysiert die Weiterentwicklung des Konzeptes der notwendigen Verursachung nach dem Ersten Weltkrieg im Rahmen der experimenteilen Epidemiologie. Ausgelöst durch die Influenza-Epidemie 1918 entstand ein «Diskurs der Komplexität», der Standardkategorien wie monokausal/multikausal, Reduktionismus/Elolismus und Übertragung/Umwelt überwand. Epidemien wurden nun als komplexe Folge von Gleichgewichtsstörungen interpretiert. Sara/7 Janse/z erklärt die Entstehung der neuen Ätiologie als Teilphänomen eines Umbruchs von Objekt-und Interventionsrepräsentationen. Am Beispiel von Forstentomologie und
doi:10.1163/22977953-0570304024 fatcat:4v3il43jxzfxrfc3od47fczsby