Inter* – irgendwo zwischen der Norm und ihrem Scheitern

Katharina Litschauer
2018 unpublished
Die Debatte um Intergeschlechtlichkeit erfährt in jüngster Zeit nicht nur aufgrund der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit intergeschlechtlicher Menschen breite mediale Resonanz, sondern findet zunehmend auch auf rechtlicher und politischer Ebene statt. Die Bedeutung von Geschlecht für intergeschlechtliche Menschen bedarf gerade im Hinblick auf die Kritik am etablierten medizinischen und rechtlichen Umgang einer näheren und detaillierten Analyse. Vorliegende Arbeit fragt danach, wie
more » ... tliche Menschen die Zweigeschlechternorm deuten und auf welche Weise sie als vergeschlechtlichte Subjekte hervorgebracht werden. Ziel vorliegender Arbeit ist es, jene politischen Verfahrensweisen nachzuzeichnen, durch welche eine vergeschlechtlichte Subjektkonstitution stattfindet. Hierdurch wird der Modus der Konstruktion und Aushandlung von Geschlecht in den Mittelpunkt der Forschung gerückt. Die politikwissenschaftliche Relevanz ergibt sich daraus, verborgene Geschlechterpolitiken zu dechiffrieren, herauszuarbeiten in welchen Praktiken Geschlecht stetig reguliert wird und durch deskriptive Detailarbeit die Vielschichtigkeit geschlechtlicher Konstitutionsprozesse wie auch ihrer widerständigen Umdeutungen aufzudecken. Der theoretische Bezug auf die Performativitat von Geschlecht ermöglicht, die Veränderbarkeit und aktive Herstellung von Geschlecht konzeptuell berücksichtigen zu können. Um darüber hinaus die konkrete Subjektivierung intergeschlechtlicher Menschen besser begreifbar zu machen, wird das Konzept der Anrufungen aufgegriffen, modifiziert und erweitert. Das problemzentrierte Interview als Erhebungsverfahren ermöglicht, Geschlecht innerhalb der biographischen Schilderungen als Prozess zu fassen und an konkreten Handlungen, Deutungen und Praktiken festzumachen. Über Schilderungen des (körperlichen) Erlebens intergeschlechtlicher Menschen werden die konstitutiven Praktiken von Geschlecht herausgearbeitet, mittels der theoretischen Konzepte in den gesellschaftlichen Verhältnissen verortet, um schließlich die Aushan [...]
doi:10.25365/thesis.52836 fatcat:kgqvs27zrne6blj5qjx3mwezn4