Farne und Farnverwandte als Heil-, Nutz- und Zauberpflanzen: Ethnobotanische Bedeutung von Gefässkryptogamen

Felix Gartmann
2015 Schweizerische Zeitschrift für Ganzheitsmedizin / Swiss Journal of Integrative Medicine  
In this paper, the ethnomedical and ethnobotanical importance of vascular cryptogams, i.e. ferns, clubmosses, spikemosses, horsetails, quillworts, and whisk ferns, in various cultures is described. Compared to seed plants, this group lacks the abundance in species and is of little importance as edible plants for humans; however, the vascular cryptogams are of a certain significance as medicinal plants. As the reproductive mechanism without flowers, seeds, and fruits has been misunderstood for a
more » ... misunderstood for a long time, a certain magic was associated with ferns and their allies. This connotation disappeared in Europe with the progress of natural sciences since the age of Enlightenment. In other regions of the world, however, ferns are still considered as having supernatural qualities. Schlüsselwörter Ethnomedizin · Ethnobotanik · Pteridophyten · Farne · Bärlappe · Moosfarne · Schachtelhalme · Pteridologie Zusammenfassung In dieser Arbeit wird die ethnomedizinische und ethnobotanische Bedeutung von Gefässkryptogamen, d.h. Farne, Bärlappe, Moosfarne, Schachtelhalme, Brachsenkräuter und Urfarne, in verschiedenen Kulturen beschrieben. Die gegenüber Samenpflanzen artenarme Gruppe spielt weltweit als Nährpflanzen für Menschen eine kleine Rolle, doch sind die Gefässkryptogamen als Heilpflanzen recht bedeutungsvoll. Durch ihren lange Zeit unverstandenen Fortpflanzungsmechanismus ohne Blüten, Samen und Früchte wurde den Farnen und ihren Verwandten in früheren Zeiten eine gewisse Magie zugeschrieben. Diese Zauberhaftigkeit verschwand in Europa mit dem Fortschreiten der Naturwissenschaften seit der Aufklärung; in anderen Regionen der Welt konnte sie im Bewusstsein der Menschen bis heute bewahrt werden.
doi:10.1159/000371460 fatcat:mdmcsqr4wvan3dn2aashkg7zxa