Sentinel-Node-Biopsy: Bedeutung für Prognose und Therapie

H.-J. Blaheta
2002 Aktuelle Dermatologie  
Durch die selektive, minimal-invasive Technik der Wächterlymphknotenbiopsie (WLKB) steht seit gut 10 Jahren ein diagnostisches Verfahren im Stadium der klinischen Erprobung, welches den regionären Lymphknotenstatus mit hohem prädiktiven Wert erfasst [29] . Durch eine Reihe von Arbeiten konnte demonstriert werden, dass der Wächterlymphknoten (WLK) eine herausragende diagnostische und prognostische Bedeutung für Patienten mit primärem kutanen Melanom besitzt [8, 15, 24, 38] . Zuverlässigkeit der
more » ... ächterlymphknotenbiopsie Verschiedene Faktoren können jedoch die Zuverlässigkeit der WLKB, eine regionäre Lymphknotenmetastasierung anzuzeigen, beeinflussen. Hier ist zum einen, die, wenn auch geringe Rate von Patienten mit einer regionären Lymphknotenmetastasierung bei Vorliegen eines histologisch negativen WLK aufzuführen [5, 15, 28, 28, 36, 42, 43] (Tab. 1). In der Mehrzahl der Arbeiten wurden diese Untersuchungen bei Patienten mit am Körper-stamm und an den Extremitäten lokalisierten Melanomen durchgeführt. Hier zeigte sich in bis zu 2 % der Patienten eine regionäre Lymphknotenmetastasierung trotz negativem WLK. Allerdings kann die Rate von Patienten mit metastatischem Lymphknotenbefall bei negativem WLK in Abhängigkeit von der Lokalisation des Primärtumors deutlich variieren. Für Melanome im Kopf-/Hals-Bereich ist die Durchführung der WLKB deutlich diffiziler. Für diese Lokalisation konnte bei 7 % der Patienten eine regionäre Lymphknotenmetastasierung bei negativem WLK dokumentiert werden [21]. Welche Kriterien sollten berücksichtigt werden, um eine möglichst hohe Zuverlässigkeit der WLKB zu gewährleisten? Die Aufnahme des Radiokolloids und damit die Detektionsrate wird wesentlich von der physiologischen Integrität, d. h. der funktionellen Kapazität des WLK beeinflusst [13]. Wenn Lymphknotenparenchym durch Tumorgewebe ersetzt worden ist, kann aufgrund der verringerten lymphatischen Kapazität nur eine verminderte Aufnahme des Radiotracers erfolgen. Zudem können bei ausge-
doi:10.1055/s-2002-33961 fatcat:jtw7ejfoxjhzvfvdy5qrum7hw4