5.1 A government out of sight [chapter]

2020 Trump - ein amerikanischer Traum?  
Hegel hat das Endstadium des »preußischen Prinzips« so charakterisiert: »Der Staat muss als ein großes architektonisches Gebäude, gewissermaßen als eine Hieroglyphe der Vernunft, die sich in der Wirklichkeit darstellt, betrachtet werden.« Dass dieser Staat »als der sich selbst bestimmende und vollkommen souveräne Wille, das letzte Sich-Entschließen ist«, sei ebenso einsichtig wie das Postulat, der staatliche Wille müsse durch eine Person, den Monarchen, ausgedrückt werden. Damit will Hegel
more » ... mit will Hegel nicht sagen, »dass der Monarch willkürlich handeln dürfe; vielmehr ist er an den konkreten Inhalt der Beratungen« -des bürokratischen Apparats -»gebunden«. Und wenn alles mit rechten Dingen zugeht, »hat er oft nicht mehr zu tun, als seinen Namen zu unterschreiben.« Gleichwohl kommt es auf seine Unterschrift an, steht sie doch für »die Spitze, über die nicht hinausgegangen werden kann«. Sprich: Die Signatur markiert den Punkt der Letzt-Entscheidung (Hegel 1986a: 449). Regieren ist also eine Sache der Zentralverwaltung, der Souverän unterschreibt nur noch. Dieser Akt ist symbolisch wichtig und -könnte man ergänzen -die Symbolik (der »Spitze«) muss dem Volk spektakulär vermittelt werden: Krönungen, Schlösser, Paraden, Kutschen etc.pp. Im amerikanischen Fall dreht sich das Verhältnis um. Dort bleibt der Souverän, was er sein soll, von (s)einer Administration dagegen ist
doi:10.14361/9783839450680-009 fatcat:pcrmvsnyo5h2hllg3mq7bpmqja