Die Verwertung des Luftstickstoffs

Albert Neuburger
1905 Angewandte Chemie  
1843 Neuburger: Die Verwertung des Luftstickstoffs. Heft 47. 24. November nehmen, stets ein Freund der arbeitenden Klassen gewesen zu sein, ebenso fanden Kunst und Wissenschaft in ihm zu allen Zeiten einen freigebigen Forderer. Wenn es auch hier nicht am Platze ist, die politische Seite in S i e g l e s Leben hervorzuheben, so miissen wir doch auf seine Tatigkeit als Sozialpolitiker hinweisen. I n erster Linie beschaftigte ihn die Arbeiterfrage; sein Name bleibt mit der Geschichte der deutschen
more » ... ichte der deutschen sozialen Gesetzgebung fur immer verbunden. Seine reichen Mittel und Erfahrungen xeranlaBten ihn zur Beteiligung an verschiedenen Fabrikgeschaften, wahrend andere industrielle Gesellschaften sqwie Bankinstitute seinen erfahrenen Rat und seine praktischen Kenntnisse fiir sich nutzbar machten, indem sie ihn in den Aufsichtsrat beriefen. Kein Wunder, daB es einem solchen Manne an LuUeren Ehrungen nicht fehlte, wenn er auch bei seiner bescheidenen Natur nichtdanach strebte. DerKonigvonWiirttemberg wurdigte seine hervorragenden gewerblichen Leistungen durch die im Jahre 1881 erfolgte Ernennung zum Geheimen Kommerzienrat, sowie spater durch die Verleihung des Kommenturkreuzes des Kronenordens, mit welchem Personaladel verbunden ist. Die naturwissenschaftliche Fakultat der Landesuniversitat Tubingen ernannte ihn 1897 zum Doctor honoris causa, wobei im Diplom niit Recht aufgefuhrt wurde, daW er nicht nur die Erfindungen auf dem Gebiete der Chemie in bestandigem Fortschritt vermehrt habe, sondern auch die Forscher bei ihren Studien anspornte und freigebig unterstiitzte. S i e g 1 e s gewerbliche Tatigkeit blieb nicht auf die Farbenindustrie beschrankt; er erstellte in Berlin ein groWes allgemeines Kauf-und Lagerhaus, erwarb Landsitz am Starnberger See, sowie das groRe Gut Friedenfels im Fichtelgebirge, mit welchem auBer landwirtschaftlichen Betrieben eine Brauerei und eine Steinschleiferei verbunden sind. Doch ein p r o d negotiis kannte der arbeitssame Mann auch bei dem Landaufenthalte nicht, da er wahrend der Erholungszeit stets auf Neuerungen und Verbesserungen der Betriebe bedacht war. I m Jahre 1896 zwang ihn ein Schlaganfall, dessen Folgen er nie mehr ganz uberwand, nach und nach von dcr Offentlichkeit zuruckzutreten; er hatte noch eine lange Leidenszeit durchzumachen, bis der Tod als Erloser eintrat. S i e g 1 e hat vie1 an bleibenden Werten zum Wohle der Menschheit geschaffen und mmit den Lorbecr verdient. den Vertreter der verschiedensten Stande als Zeichen inmger Dankbarkeit und tiefer Verehrung a n seinem Grabe niederlegten.
doi:10.1002/ange.19050184703 fatcat:iuxnbrgzavb2bh7ue55smj7hze