ΧΧΧIIΙ. Greenockit, Wurtzit und Smithsonit von der Grube Lüderich bei Bensberg

L. Souheur
1894 Zeitschrift für Kristallographie - Crystalline Materials  
Bei einem Besuche der Zinkerzgrube Lüderich bei Bensberg, welche in weiteren Kreisen durch den verhältnissmässig hohen Galliumgehalt ihrer Zinkblende bekannt geworden ist, fiel mir auf einer Erzhalde am Mundloche des »tiefen Lüderichstollens« ein bisher in dortiger Gegend noch nicht beobachtetes Mineral von canariengelber bis zeisiggrüner Farbe auf. Das Haufwerk der Halde stammte von der erst seit kurzem in Abbau begriffenen nördlichen Fortsetzung der »nördlichen Lagerstätte«. Das Mineral,
more » ... . Das Mineral, welches sich bei der von Herrn Thaddéeff vorgenommenen chemischen Untersuchung als Greenockit erwies, bildet erdige Anflüge auf den Klüften, welche die Gangmasse (Thonschiefer, Grauwacke und derbe, dunkelgefärbte Blende) durchziehen. Auf denselben Klüften kommen neben Kalkspath-, Quarz-und Blendekrystallen mit der Lupe schwer erkennbare, aber auf chemischem Wege unzweifelhaft als Wurtzit und Smithsonit bestimmte Krystalle vor. Kratzt man die Wurtzitkrystalle ab und beobachtet dieselben unter dem Mikroskope, so erkennt man unter vielen unregelmässig geformten Bruchstücken lang trapezförmige, deutlich hemimorphe Gestalten mit zwei gleichen gegenüberliegenden stumpfen Winkeln und zwei ungleichen Spitzen. Die mit Hülfe des Fadenkreuzes und des drehbaren Tischchens vorgenommene Messung ergab für den einen spitzen Winkel 77°-78°. Der andere spitze Winkel lag bei einer Gruppe von Krystallen zwischen 23° und 28?5, bei einer anderen zwischen 31° und 36°. Die gemessenen Winkel können wohl nur als Winkel von Pyramidenkanten aufgefasst werden. Brought to you by | University of California Authenticated Download Date | 6/5/15 7:50 PM
doi:10.1524/zkri.1894.23.1.549 fatcat:zq2ucaweu5fihoc37qkzcigjhq