Effektivität der intraoperativen Schmerzausschaltung und postoperativen Schmerztherapie bei gynäkologischen Eingriffen - [thesis]

Stephanie Schabert
2009
Effektivität der intraoperativen Schmerzausschaltung und postoperativen Schmerztherapie bei gynäkologischen Eingriffen - Vergleich zwischen der epiduralen Applikation von Ropivacain 10 mg/ml mit Bupivacain 5 mg/ml Dissertation zum Erwerb des Doktorgrades der Medizin an der Medizinischen Fakultät der Zusammenfassung Ropivacain ist ein Lokalanästhetikum von Amidtyp, das strukturell Bupivacain ähnelt. Als erstes Lokalanästhetikum wurde es klinisch als reines S-Enantiomer eingesetzt, da
more » ... e eine geringere Kardiotoxizität als R-Enantiomere besitzen. In vitro lagen außerdem Hinweise für eine geringere motorische Blockade von Ropivacain im Vergleich zu Bupivacain vor. Beide Lokalanästhetika haben eine lange Halbwertszeit und eignen sich gut zur intra-und postoperativen Periduralanästhesie, wobei Ropivacain eine etwas geringere analgetische Potenz aufweist. Studienziel: Das Ziel unserer Studie war, die Wirkung beider Lokalanästhetika prä-, intraund postoperativ zu vergleichen, sowie mögliche Vorteile von Ropivacain zur Periduralanästhesie in Hinblick auf die selektivere Blockade zu belegen. Methodik: Zu diesem Zweck wurden 105 Patientinnen mit großen Unterbauchoperationen untersucht. In der Bupivacain-Gruppe (n = 48) erhielten die Patientinnen intraoperativ Bupivacain 0,5%, postoperativ 0,125%. In der Ropivacain-Gruppe (n = 57) erhielten die Patientinnen intraoperativ Ropivacain 1,0%, postoperativ 0,2%, Die Lokalanästhetika-Konzentrationen tragen hierbei der geringeren analgetischen Potenz von Ropivacain Rechnung. Intraoperativ wurde die Periduralanästhesie als kombiniertes Verfahren zusätzlich zu einer Allgemeinanästhesie eingesetzt. Zur postoperativen Schmerztherapie wurde die Periduralanästhesie bis zum Morgen nach der Operation mit einer kontinuierlichen Lokalanästhetika-Infusionsrate von bis zu 14 ml/h aufrechterhalten. Ergebnisse: Die durchschnittliche Anzahl und Verteilung der durch die Periduralanästhesie sensibel blockierten Dermatome war in beiden Gruppen zu allen Messzeitpunkten vergleichbar. Intraoperativ ließ sich bei den Patientinnen der Ropivacain-Gruppe (RoG) eine tendenziell ausgeprägtere motorische Blockade als in der Bupivacain-Gruppe (BuG) feststellen, wobei die Unterschiede zu den Messzeitpunkten 20 und 25 Minuten nach der Initialdosis signifikante Unterschiede aufwiesen. Postoperativ (30 Minuten nach der Extubation) bestand weiterhin eine signifikant häufigere motorische Blockade in der RoG. Zu den späteren Messzeitpunkten glich sich die Häufigkeit an. Die postoperative Schmerzintensität war in der BuG zu einigen Messzeitpunkten signifikant niedriger als in der RoG. Fazit: Mit Ropivacain 1,0% zur intraoperativen Periduralanästhesie ließ sich eine gute sensible und motorische Blockade erzeugen, letztere war im Vergleich zu Bupivacain 0,5% stärker ausgeprägt. Dieser Trend setzte sich auf Grund der langen Halbwertszeit von Ropivacain auch in der postoperativen Phase fort. Für die Aufrechterhaltung der postoperativen Analgesie erwiesen sich Ropivacain 0,2% und Bupivacain 0,125% als vergleichbar effektiv, wobei alle Patientinnen für eine ausreichende Analgesie zusätzlich Piritramid i.v. benötigten.
doi:10.5282/edoc.10327 fatcat:vdlbmnmzkvci3dga5j325vzpmm