ZUR GESCHICHTE DES GERMANISCHEN CONSONANTISMUS

FRIEDRICH KAUFFMANN
1887 Beiträge zur Geschichte der Deutschen Sprache und Literatur  
Kluge bat Beitr. IX, 157-186 im anschlüge an Osthoff (ßeitr. VIII, 299 f. anm.) gemeingerman. geminaten (verschlusslaute und Spiranten) auf eine progressive assimilation von consonanz + nasal (n) zurückgeführt und darin s. 168 'neben laut-und accentverschiebung eines der hauptmomente in der ausbildung der specifisch german. lautform' erkannt. Er hat das gesetz (z. b. s. 174 f.) dahin formuliert, dass nach der Wirkung des Vernerschen gesetzes angleichung der betonten n-suffixe an die
more » ... en tönenden Spiranten und verschlusslaute eingetreten ist. Der letzte Verschiebungsakt hat die einfachen wie die neu entstandenen geminierten medien zu tenues gewandelt, nachdem zuvor die langen (geminierten) Spiranten zu langen (geminierten) verschlusslauten geworden waren; man vgl. die tabelle s. 174 anm. l, vorgerm. *bhugon-(armen, buts s. 168) ergibt in den schwächsten casus des paradigmas üugn-, das durch das assimilationsgesetz zu Üugg-und schliesslich durch die laut Verschiebung zu bukk-gewandelt wurde, vgl. anord. bokkr, ags. bucca, ahd. bock (boccK). Nicht wie bei der westgerm. consonantendebnung hat der folgende stimmhafte laut auf die Quantität der vorangehenden consonanz eingewirkt, sondern es ist eine factische totale assimilation eingetreten, der nasal ist in der gemination aufgegangen (vgl. lit. lugnas gebogen : anord. lokkr). Besonders klar tritt dies zu tage in den alten -no-participien, die in historischer zeit als adjectiva
doi:10.1515/bgsl.1887.1887.12.504 fatcat:xmtfgxuvurfh5hut4skysuubni