Intrazelluläre Qualitätskontrolle des Vasopressin-V2-Rezeptors [article]

Eva Schönenberger, Universitätsbibliothek Der FU Berlin, Universitätsbibliothek Der FU Berlin
2012
Der nephrogene Diabetes insipidus (NDI) ist eine genetisch bedingte Erkrankung, die insbesondere durch Mutationen im Vasopressin-V2-Rezeptor (V2R) hervorgerufen wird. Mittlerweile sind mehr als 180 krankheitsauslösende Mutationen des V2R bekannt. In ca. zwei Dritteln der Fälle bleibt der mutierte Rezeptor intrazellulär retiniert und gelangt nicht an die Plasmamembran. Ursächlich hierfür ist die Qualitätskontrolle von Proteinen im Verlauf des intrazellulären Transportwegs. Bisher wurde
more » ... , dass diese Qualitätskontrolle hauptsächlich im endoplasmatischen Reticulum (ER) stattfindet. In dieser Arbeit wurde anhand verschiedener Mutanten des Vasopressin-V2-Rezeptors gezeigt, dass auch das ERGIC (ER-Golgi-intermediate compartment) und der Golgi-Apparat eine entscheidende Rolle bei der Qualitätskontrolle spielen. In einem Zellkulturmodell mit transfizierten HEK 293 Zellen konnten V2R-Mutanten charakterisiert werden, die in unterschiedlichen intrazellulären Kompartimenten retiniert werden (im ER z.B. L62P, im ERGIC z.B. Y205C und im Golgi-Apparat z.B. G201D). Dafür wurden Glykosylierungs- und Oberflächenbiotinylierungsanalysen sowie Lokalisationsstudien mit Hilfe der Laser Scanning Mikroskopie durchgeführt. Die verschiedenen intrazellulären Lokalisationen der Rezeptormutanten konnten anschließend durch elektronenmikroskopische Aufnahmen bestätigt werden. Eine mögliche Ursache für diese Differenzierung im Qualitätskontrollsystem könnten Strukturunterschiede der mutierten Rezeptoren sein. So zeigten ER-Mutanten im Vergleich zu ERGIC-Mutanten ein differentes Abbaumuster nach Trypsin- Proteolyse. Zusammenfassend konnte am Beispiel des V2R gezeigt werden, dass die Qualitätskontrolle von G-Protein-gekoppelten Rezeptoren in Säugerzellen nicht nur im ER sondern auch im ERGIC und im Golgi-Apparat stattfindet. Eine mögliche mechanistische Erklärung könnte in der unterschiedlichen Tertiärstruktur der mutierten Rezeptoren liegen
doi:10.17169/refubium-17735 fatcat:rncukizb2vc3rgi4u6lgkogzkq